Kindernothilfefond hat 142 Kinderwünsche im Unstrut-Hainich-Kreis erfüllt

Unstrut-Hainich-Kreis  Mit dem Kindernothilfefonds werden Freizeitaktivitäten und Geburtstagsgeschenke, aber auch elementare Bedürfnisse finanziert.

Der Kindernothilfefonds erfüllt seit 2009 die Wünsche von Kindern. Die reichen vom Freibadbesuch über Festkleidung bis hin zu simplen Schlafsachen (Symbolbild).

Der Kindernothilfefonds erfüllt seit 2009 die Wünsche von Kindern. Die reichen vom Freibadbesuch über Festkleidung bis hin zu simplen Schlafsachen (Symbolbild).

Foto: imago/Eibner

Im vergangenen Jahr hat der Beirat des Kindernothilfefonds im Unstrut-Hainich-Kreis 142 Anträge bewilligt. Damit konnten Belange und Wünsche von Kindern und Jugendlichen mit insgesamt 4445 Euro unterstützt werden, berichtet Jaqueline Paul vom Diakonischen Werk Eichsfeld-Mühlhausen, unter dessen Dach der Fonds angesiedelt ist.

Welcher Art diese Wünsche waren, wurde in 2020 auch von der Corona-Pandemie beeinflusst. Normalerweise soll der Fonds Kindern und Jugendlichen im Landkreis dabei helfen, am Vereinsleben in Sport und Kultur teilhaben zu können. Das eigentliche Spektrum aber sei viel größer, sagt Paul. „Wir helfen da, wo die Not am größten ist.“

Laptop und Drucker für den Online-Unterricht

Viele Familien und Einrichtungen traten im vergangenen Jahr vielfach mit Corona-bedingten Problemen an den Beirat heran. So benötigte eine Schülerin zum Beispiel dringend einen funktionstüchtigen Laptop und einen Drucker, um überhaupt am Online-Unterricht teilnehmen zu können. Weil die technische Ausstattung fehlte, hatte es die Schülerin in den vergangenen Monaten schwer, im Unterrichtsstoff zu bleiben, sagt Jaqueline Paul.

Allerdings sind finanzielle Mittel aus dem Kindernothilfefonds pro Jahr und Kind auf 100 Euro begrenzt. „Damit jeder die Chance hat, etwas abzubekommen“, erklärt Paul. Deshalb schloss sich der Beirat kurzerhand mit der Albrecht-Kiesow-Stiftung in Mühlhausen zusammen.

Finanzielle Unterstützung für Festkleidung

Neben Familien und alleinerziehenden Eltern können auch Kindergärten, Schulen oder Familienhelfer Anträge auf finanzielle Unterstützung stellen. „Im Laufe der Zeit bekommt man da allerhand Schicksalsschläge mit“, sagt Jaqueline Paul. Im vergangenen Jahr hatte der Beirat zum Beispiel einen Antrag auf dem Tisch, bei dem es um eine simple Bettdecke und ein Kissen für ein Kind ging. Zuvor hatte es lediglich eine Wolldecke für die Nacht.

„Wir haben auch von einer Mutter erfahren, die ihrem Kind zu erklären versuchte, dass es keinen Geburtstag hat. Einfach, weil sie sich Geschenke und Feier nicht leisten konnte“, berichtet Paul.

Dass Familien in finanzielle Not geraten, habe verschiedene Ursachen. Wenn zum Beispiel ein Elternteil verstirbt, schwer erkrankt, den Arbeitsplatz verliert oder aufgrund des geringen Einkommens andere Prioritäten gesetzt werden müssen, kann der Fonds helfen, wenigstens ein paar kleinere Wünsche der Kinder zu verwirklichen. „Denn die Kinder treffen solche Situationen meistens am schlimmsten“, sagt Jaqueline Paul.

Anträge auf Freizeitaktivitäten verlängert

Unter den Anträgen von 2020, die in vier Vergaberunden bewilligt wurden, waren auch Freizeitaktivitäten, wie Zoo-, Kino- oder Freibadbesuche dabei. Weil die aber wegen der Corona-Schließungen schwierig umzusetzen waren, beschloss der Beirat in seiner letzten Sitzung, die Anträge bis zum 30. Juni dieses Jahres zu verlängern.

Auffällig viele Anträge im vergangenen Jahr betrafen zudem festliche Kleidung für Konfirmationen, Jugendweihen, Schuleinführungen oder Abi-Bälle, berichtet Paul. „Für manche Familien ist eben auch das ein finanzieller Kraftakt.“

Der Kindernothilfefonds wurde 2009 ins Leben gerufen und ausschließlich durch Spenden finanziert. Im Beirat sitzen acht Vertreter aus kirchlichen Institutionen und vom Jugendamt, die in den vergangenen zwölf Jahren insgesamt 2364 Anträge positiv beschieden haben. Damit wurden bisher 80.441 Euro an benachteiligte Kinder und Jugendliche aus dem Unstrut-Hainich-Kreis ausgereicht.