Ansturm auf Mühlhäuser Spielmannszug Sachsensiedlung

Alexander Volkmann
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Lore (7, links) und Betty (8) übten beim Probetraining an der Flöte.

Lore (7, links) und Betty (8) übten beim Probetraining an der Flöte.

Foto: Alexander Volkmann

Mühlhausen.  Nachwuchssorgen hat der Spielmannszug Sachsensiedlung nicht. Aber ein Instrument ist besonders gefragt.

Vier Wochen nach der Mühlhäuser Stadtkirmes wollen immer mehr Mädchen und Jungen ein Instrument im Spielmannszug Sachsensiedlung spielen. Der jährliche Festumzug sei immer die beste Nachwuchswerbung, sagt Vereinsvorsitzender Michael Hohmann. Mit einer so großen Resonanz habe er dennoch nicht gerechnet.

In diesen Tagen fanden die ersten beiden Schnupper-Übungsstunden in der Regelschule in Ammern statt.

Die Übungsleiter Zoe Henning (23) aus Ammern und Thomas Wicke (39) aus Mühlhausen gaben einen Einblick in den Verein. Er ist bereits seit 30 Jahren dabei, sie seit 16 Jahren.

Die Plätze für die beliebte Lyra sind allesamt vergeben

Auf dem Schulhof zeigten Leon (11), Moritz (11), Daven (12) und Jakob (10) ihr Können als Trommler. Die Jungs sind seit drei Jahren musikalisch im Verein aktiv. Auch bei ihnen hatte eine Schnupperstunde das Interesse geweckt. Daven sagt, der Kirmesumzug mit dem Spielmannszug an der Spitze habe ihn besonders ermutigt, mitzumachen. Was an der kleinen Trommel besonders wichtig ist? „Die Haltung der Stöcker natürlich“, sagen die jungen Musiker.

Lore (7) aus Oberdorla und Betty (8) aus der Sachsensiedlung probierten sich an der Flöte aus. Schon Bettys Oma sei im Spielmannszug Sachsensiedlung Mitglied gewesen, sagt das Mädchen.

Zunächst könnten alle Kinder drei Monate kostenlos probieren, ob ihnen das musizieren im Spielmannszug liegt, erklärt Hohmann. Die musikalische Ausbildung gleicht der einer Musikschule. Dazu gehört auch die Notenlehre als Grundlage. Das Instrument wird vom Verein gestellt.

Allerdings: Für die besonders beliebte Lyra gibt es keine freien Plätze mehr. „Wir haben nicht so viele Instrumente, um die Nachfrage zu decken“, sagt Hohmann. Immerhin koste eine Lyra als Einsteigermodell rund 1500 Euro. Flöte, Trommel und Schlagzeug seien dagegen problemlos zu besetzen. Und: Immer mal wieder werde auch ein Platz bei den Lyraspielern frei, macht der Vereinschef Hoffnung.

Nachwuchssorgen habe der Spielmannszug nicht. Dennoch sei man bestrebt, möglichst viele Kinder und Jugendliche zu gewinnen. Nach den ersten beiden Jahren blieben von den Neuen nur noch rund ein Drittel im Verein. Zudem gebe es auch mit der Ausbildung oder dem Studium eine Fluktuation.

„Wer danach noch bei uns ist, bleibt es auch oft bis zur Rente“, sagt Hohmann.

Viele Nachwuchsmusiker kommen aus der Grundschule Ammern und der Forstbergschule in Mühlhausen. Zwischen 15 und 20 Übungsleiter hat der Spielmannszug bei insgesamt rund 115 Mitgliedern. Knapp die Hälfte sind Kinder, die jüngsten acht Jahre alt.

Der Spielmannszug Sachsensiedlung ist ein Sportspielmannszug. Das bedeutet, dass die Mitglieder auch zu Wettbewerben, wie Landes- und Deutschen Meisterschaften, fahren. Der Nachwuchs wurde schon Landesmeister, die Erwachsenen sind Vize-Landesmeister geworden. Jährlich an Himmelfahrt geht es zum gemeinsamen Trainingslager. „Wir sind wie eine große Familie“, sagt Zoe Henning.