Bad Langensalza: Zum Tode Bernhard Schönaus

Bad Lanensalza  Der ehemalige Bürgermeister, der die Stadt 24 Jahre lang maßgeblich prägte, verstarb am 12. Januar.

Bernhard Schönau, der nun mit 71 Jahre verstorben ist, war ein großer Rosenfreund. Bad Langensalza hat ihm viel zu verdanken.

Bernhard Schönau, der nun mit 71 Jahre verstorben ist, war ein großer Rosenfreund. Bad Langensalza hat ihm viel zu verdanken.

Foto: Sabine Spitzer

Als Bernhard Schönau 1994 seinen Posten im Rathaus antrat, sollen ihm einige Stadträte prophezeit haben, dies kein Vierteljahr durchzuhalten. Sie irrten. Mit 24 Amtsjahren bis 2018 zählte Schönau schließlich zu den dienstältesten Rathauschefs in Thüringen. Am 12. Januar verstarb er mit 71 Jahren.

Mehr oder minder zur Kandidatur überredet, waren die ersten Jahre im Rathaus für den ausgebildeten Lehrer hart. Im Vergleich zu heute war Bad Langensalza ein trister Ort. Für das Heilbad sah das Land kaum Zukunftschancen. Betriebe lösten sich auf, eine Hiobsbotschaft nach der anderen traf ein. Er hatte das Gefühl, die Stadt nicht in den Griff zu bekommen, erinnerte sich Bernhard Schönau im Gespräch mit dieser Zeitung 2017.

Als unermüdlich beschreiben ihn Weggefährten. Im Alleingang hat Bernhard Schönau die Stadt freilich nicht umgekrempelt. Er konnte auf die Arbeit seines Vorgängers Rolf Matthäs und des Stadtrats aufbauen. Doch ohne seinen Einsatz, sein Wissen um Fördertöpfe, sein Netzwerk und seine respekteinflößende, zwei Meter große Erscheinung wäre vieles wohl anders verlaufen.

Zahlreiche Erfolge für die Stadt

Schon eine grobe Aufzählung der Projekte, an denen Schönau beteiligt war, spricht für sich: Erhalt des Kurstatus, Ansiedlung der Rehaklinik und großer Firmen, Bau der Therme, Anlage der Themengärten, blühendste Stadt Europas 2011, Bau des Baumkronenpfades, Bau der Ortsumgehung, Sanierung der Innenstadt, ein erfolgreiches kommunales Klinikum, Förderung des Thüringer Handball-Clubs.

Bernhard Schönau vereinte Attribute eines kompromissbereiten Diplomaten und eines gefürchteten Herrschers. Er konnte Menschen fördern oder verstoßen. Er war streitbar. Seine Gefechte mit Landrat Harald Zanker (SPD) füllten Zeitungsseiten, und so mancher Alleingang beschäftigte die Justiz.

„Bernhard Schönau war ein Mann mit Ecken und Kanten. Er hat die Stadt zu dem gemacht, was sie heute ist. Das ist sein Vermächtnis. Meine Aufgabe ist es, dieses Niveau zu halten“, sagte Bürgermeister Matthias Reinz (parteilos) am Mittwoch.

Politiker würdigen sein Wirken

Harald Zanker hat sich bei der Todesnachricht nach eigenem Bekunden zuerst an die guten gemeinsamen Zeiten erinnert. „Dann natürlich auch an unsere Auseinandersetzungen. Ich hätte mir gewünscht, wir hätten uns noch aussprechen können. Bernhard Schönau hat Thüringen, den Kreis und Bad Langensalza geprägt. Er hatte zu wenig Zeit, das Geleistete zu genießen."

In der Stadtpolitik hat Volker Pöhler (CDU) lange mit Bernhard Schönau zusammengearbeitet, ab 1994 im Stadtrat, seit 2011 im Beigeordneten-Amt als dessen Stellvertreter. „Er war sehr erfolgreich, hat für die Stadt von früh bis nachts geackert und dafür vieles zurückgestellt. Dass er durch seine Krankheit so früh starb, bedaure ich sehr. Er hätte noch viele Jahre im Ruhestand und mit seiner Familie verdient.“ Bei allem persönlichem Auf und Ab habe man immer einen gemeinsamen Weg mit ihm gefunden.

Ein Kondolenzbuch liegt bis 21. Januar im Kultur- und Kongresszentrum aus. Eintragungen sind werktags von 9 bis 16 Uhr und samstags von 9 bis 13 Uhr möglich.