Bad Tennstedts Kurpark hat bessere Ökobilanz

Bad Tennstedt.  Der zweite Bauabschnitt im Tennstedter Kurpark beginnt zunächst mit Baumfällungen, Neuanpflanzungen sind geplant. Der neue Festplatz wird größer.

Mehr aufblühen soll der Kurpark in Zukunft. Gartenbauer René Krummt legte schon im Oktober dafür den Grundstein im ersten Bauabschnitt.

Mehr aufblühen soll der Kurpark in Zukunft. Gartenbauer René Krummt legte schon im Oktober dafür den Grundstein im ersten Bauabschnitt.

Foto: Daniel Volkmann

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50 Bäume, 2000 Sträucher, 1000 Quadratmeter Präriestauden und 30.000 Frühblüher werden im Bad Tennstedter Kurpark neu gepflanzt. „Die ökologische Bilanz ist nach der Umgestaltung besser als davor“, sagt Thomas Heinisch, dessen Landschaftsarchitektenbüro die Planung für das Areal übernommen hat. Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, gebe es in der Summe mehr Grün.

„Der Kurpark ist für mich ein tolles Projekt“, berichtete Heinisch, als er jetzt mit Bürgermeister Jens Weimann (CDU) zum Start des zweiten Bauabschnitts über die Umgestaltung informierte. Denn der Kurpark sei historisch, einige der Bäume stammen noch aus der Goethezeit.

Weil etliche Bäume gefällt wurden und 50 weitere noch weichen sollen, war die Sanierung immer wieder in die Kritik geraten. Wie Weimann informierte, waren sie marode und krank. „Wenn es Verletzte gibt, weil ein Baum beim Sturm umfällt, ist die Problematik eine noch viel größere“, verdeutlichte er. Zudem gebe es durch die Neupflanzungen eine Mischung der Altersstruktur der Bäume, wovon nachfolgende Generation profitieren würden.

Lebensräume für Bienen und andere Insekten

Die Pflanzung der Stauden habe unter anderem ökologische Gründe. Wie Heinisch berichtete, war es Ziel, einen Lebensraum für Bienen und andere Insekten zu schaffen. Und allein schon wegen der 30.000 Frühblüher werde der Kurpark beim Blühaspekt eine hohe Aufwertung haben.

Wie Heinisch berichtete, habe er versucht, den Charakter des Kurparks zu erhalten. Weil die Wegeführung zum Teil doppelt war, sollen einige Wege wegfallen. Das werde laut Heinisch auch die Pflege reduzieren. Wie er informierte, wird eine Hauptachse entstehen, die es bisher nicht gab im Park.

Dort wo Wege wegfallen, wird Rasen angelegt. „Das soll als Erlebnisfläche nutzbar sein“, sagte Weimann. Auch Sitzecken sind eingeplant. „Ich setze dabei Vernunft voraus“, hofft der Bürgermeister, dass es keine Vandalismusfälle gibt.

Deutlich erweitert wird der Festplatzbereich, der künftig Zentrum des Kurparks werden soll. Die Bühne werde verlegt, wodurch mehr als 300 Zuschauer Platz haben werden. Die Schallrichtung wird dabei auch verlegt und nicht mehr in Richtung Stadt gerichtet sein. Allerdings muss dafür die Brücke versetzt werden. Entstehen soll zudem ein Lager für die Stühle, damit diese wetterfest untergebracht werden können.

Schwefelwasser-Kneippbecken künftig weiter von Bühne entfernt

Wegen der Bühne, die 50 Quadratmeter groß sein soll, wird auch das Kneippbecken versetzt. Wie Heinisch informierte, habe das den Vorteil, dass es nicht mehr so nah an der Bühne sein wird. Denn das Schwefelwasser verbreitete oftmals unangenehme Gerüche. Überdies hatte das das Wasser dem Becken bereits zugesetzt, weshalb das neue aus Edelstahl bestehen soll. Damit sich die Gesundheitsangebote an einer Stelle zentrieren, wird auch der Barfußpfad dort entstehen.

Wegen des Festplatzes wird der Kurpark teurer und damit rund 1,7 Millionen Euro kosten. Abgeschlossen sein sollen die Arbeiten im Juli 2021. Derzeit laufen die Ausschreibungen für den zweiten Bauabschnitt. Ende der Woche wird die Beleuchtung im Kurpark abgeschaltet. In diesem Monat sind zunächst die Fällungen der Bäume geplant, die aus Kostengründen der Bauhof übernimmt.

Stephanie Reinboth-Stark appellierte an den Bürgermeister, dass man künftig versuchen solle, alte Bäume zu erhalten: „Es gibt auch andere Möglichkeiten, die Bäume zu verjüngen.“

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