Eine Mühlhäuserin bekennt sich als Faschingsmuffel

Mühlhausen.  Seit anderthalb Jahrzehnten steht die Christel Burkhardt aus Mühlhausen als Faschingsmuffel auf der Bühne.

Christel Burkhards Programm in diesem Jahr trägt den Titel „Drunter und drüber“.

Christel Burkhards Programm in diesem Jahr trägt den Titel „Drunter und drüber“.

Foto: Claudia Bachmann

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Sie sei ein Faschingsmuffel – dazu habe sie sich aber erst entwickelt. Vor Jahrzehnten, als es am Mühlhäuser Schwanenteich noch Faschingsveranstaltungen gab, da seien Christel Burkhardt und ihr Mann Thomas auch noch Gäste gewesen. Inzwischen aber mögen sie nicht mal den Fasching vom Fernsehsessel aus. Seit 2002 ist sie stattdessen als wahrhaftiger Faschingsmuffel literarisch zu erleben – Anfang März zum inzwischen 17. Mal. Der Abend wird unter dem Motto „Drunter und drüber“ stehen. „Wir wollten einen Gegenpol setzen und auch denen etwas bieten, die mit Fasching wenig anzufangen wissen.“

Motto findet sich in vielen Bereichen des Alltags

Das Motto sieht sie derzeit in vielen Bereichen verankert. „In der Politik geht es drunter und drüber, vor allem in Thüringen, natürlich beim Fasching.“ Unter diesem Motto sucht sie seit knapp vier Wochen Texte, wurde fündig bei Tucholsky, Kästner, Ringelnatz, von der Vogelweide und Münchhausen. Alte Bekannte in den Burkhardtschen Faschingsmuffel-Programm. Die Erklärung: In der modernen Literatur ließe sich nur wenig Passendes finden.

Burkhardt vereint in sich das Talent für das Literarische und Naturwissenschaftliche. Eine Kombination, die es eher selten gibt. Als Studentin für Chemie und Biologie kam sie aus dem Mansfelder Land nach Mühlhausen, promovierte – und wurde darüber hinaus von ihrem Dozenten in Sprecherziehung, Klaus Klawitter, der von Mühlhausen aus an die Filmhochschule in Babelsberg gewechselt ist, für Programme aus Lyrik, Prosa und Jazz gewonnen. Über Jahre trat sie dann auch unter dem Dach des Kulturbundes auf. Aber Betriebsfeiern, in denen das Programm nur Beiwerk war zum Ausgelassen-Sein, das war nicht ihres.

Nach Pause 2002 wieder begonnen

Sie pausierte, bis sie 2002 wieder von Jürgen Thormann als dem Kopf des Kulturbundes angesprochen wurde. Mit der Tilenau-Swing-Band stand sie auf der Bühne, inzwischen mit Lajazzo und Sängerin Kerstin Grimm.

Die Veranstaltung hat sich im Mühlhäuser Kulturkalender etabliert. „Viele unserer Gäste sind mit uns alt geworden. Doch inzwischen kommen auch einige aus der mittleren Generation. Nur die ganz jungen, die erreichen wir nicht.“

Was die private Lektüre angeht, auch da ist sie breit aufgestellt – historische Romane werden ebenso häufig gelesen wie Thomas Mann, Strittmatter. Den Krimi aber, den gibt es nur als Gute-Nacht-Lektüre. Und noch immer gehören auch Schulbücher dazu. Wenngleich sie schon lange aus dem regulären Schuldienst ausgeschieden ist, so unterrichtet Burkhardt weiterhin an zwei Privatschulen Anatomie und Physiologie.

Eine Woche vor dem Faschingsmuffel-Abend steht das Programm. Eine gemeinsame Probe aber braucht es nicht. Sie schaut vorbei, wenn die Musiker einen Tag vor dem Auftritt ihre Generalprobe bestreiten. Sie selbst übt allein, gern auch vor dem Spiegel. Selbst die Familie bekommt ihre Rezitationen erst am Tag des offiziellen Faschingsmuffel-Auftritts, in diesem Jahr am 4. März, zu hören.

Faschingsmuffel „Drunter und drüber“ mit Christel Burkhardt und der Band Lajazzo, 4. März, 19 Uhr, Kleiner Saal im Puschkinhaus in Mühlhausen. Der Eintritt ist frei.

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