Eugen Ruge gastiert mit „Metropol“ in Stadtbibliothek

Mühlhausen.  Besucher einer Lesung in Mühlhausen erhalten eine Lehrstunde zum Stalinismus und zur Entstehung von Ideologie.

Eugen Ruge liest aus seinem neuen Roman „Metropol“. 

Eugen Ruge liest aus seinem neuen Roman „Metropol“. 

Foto: Heidi Zengerling

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Kein Geringerer als der Regisseur und Schriftsteller Eugen Ruge präsentierte am Mittwochabend seinen neuen Roman „Metropol“, den Nachfolger von „In Zeiten des abnehmenden Lichts“, für welchen er 2011 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde, dem interessierten Publikum in der Stadtbibliothek Mühlhausen.

Schon damals hatte er die Geschichte seiner Familie über vier Generationen hinweg ins Zentrum des Erzählens gestellt. Nun geht der in Soswa, im asiatischen Teil Russlands Geborene zurück in der Geschichte und lässt seine Leser an der Biografie der Großmutter Charlotte und des Stiefgroßvaters Wilhelm teilhaben, die durch eine Denunziation von dessen erster Frau Hilde stalinistischen Säuberungen nicht entgehen konnten, doch mit dem Leben davon kamen.

Ruge lässt das Russland der 1930er Jahre lebendig werden. Das legendäre Moskauer Hotel „Metropol“ gibt der Publikation seinen Namen. Die Germaines logierten von Oktober 1936 bis Februar 1938 in diesem Haus, welches der Autor als Irrenhaus mit einer Atmosphäre der Vorhölle bezeichnet. Heike Strecker bezeichnet Ruge als literarisches Schwergewicht. Auch Wieland Koch von der Landeszentrale für politische Bildung zeigt sich stolz, Ruge in Mühlhausen präsentieren zu dürfen und die Stadt als Veranstaltungsort erkannt zu haben. „Metropol“ bezeichnet er als einen bemerkenswerten Roman. Margit Corcilius-Gerdes zeigt sich beeindruckt von den Publikationen Ruges, die beiden Hauptwerke hat sie gelesen die anderen am Abend erworben. Die gebürtige Niedersächsin sieht seine Werke als literarische Bildung.

Ruge bezeichnet „Metropol“ als „eine Geschichte darüber, was Menschen zu glauben bereit sind“. Der Roman ist eine dramaturgisch raffinierte Komposition, die dem Leser einiges abverlangt, ihn aber mit lehrreichem Inhalt zur rekonstruierten Geschichte der Großeltern und zum Stalinismus belohnt, zur Person des Wassili Wassiljewitsch Ulrich als widersprüchliche Figur, über die wenig bekannt ist, die vom Autor als Charakter stark entwickelt wird.

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