Feuerwehren im Südeichsfeld werden digital

Südeichsfeld.  Mit neuer Technik sollen die Feuerwehren der Gemeinde Südeichsfeld künftig noch schlagkräftiger werden.

Die Feuerwehren im Südeichsfeld bekommen eine Wärmebildkamera von der Sparkassenversicherung. Ortsbrandmeister Andreas Dunkelberg (rechts) und sein Stellvertretender Michael Montag zeigen das Gerät; hinten (von links): Dieter Jagiella (Sparkassenversicherung), Theres Kuhlmann (Gemeinde), Bürgermeister Andreas Henning.

Die Feuerwehren im Südeichsfeld bekommen eine Wärmebildkamera von der Sparkassenversicherung. Ortsbrandmeister Andreas Dunkelberg (rechts) und sein Stellvertretender Michael Montag zeigen das Gerät; hinten (von links): Dieter Jagiella (Sparkassenversicherung), Theres Kuhlmann (Gemeinde), Bürgermeister Andreas Henning.

Foto: Alexander Volkmann

Die Feuerwehren im Südeichsfeld sollen mit Tablets ausgestattet werden. Darauf werden Rettungspunkte, Hydrantenstandorte sowie Feuerwehrpläne größerer Objekte gespeichert. Damit sind die Einsatzkräfte im Ernstfall schneller handlungsfähig. Weiteren Maßnahmen sollen die Wehren in den kommenden Jahren noch schlagkräftiger machen.

Vor allem die Feuerwehren in den kleineren Ortschaften können tagsüber keinen Einsatztrupp gewährleisten, erklärt Ortsbrandmeister Andreas Dunkelberg, oft würden ortsfremde Wehren alarmiert. Die können sich mithilfe der Tablets schon bei der Anfahrt vorbereiten. Die Technik soll einheitlich sein, regelmäßig könnten die Daten aktualisiert werden. Breitbandanschlüsse soll es nach Möglichkeit in allen Feuerwehrgerätehäusern geben, erklärt Bürgermeister Andreas Henning (parteilos). Damit könnten auch Einsatzberichte erfasst und übertragen werden.

Einsatzleiter kann sehen, wer auf den Alarm reagiert

In Sachen Handy-Alarmierung bereite man gerade ein neues System vor. Das biete die Grundlage für ein weiteres Organisationswerkzeug in den Gerätehäusern: Auf einem Bildschirm soll dem Einsatzleiter angezeigt werden, welcher Feuerwehrmann nach einer Alarmierung bereits auf dem Weg ist und welche Qualifikationen er hat. Damit kann der Einsatz organisiert und entschieden werden, ob Wehren nachalarmiert werden müssen.

Andreas Henning sagte, das Miteinander der Feuerwehren in den Ortschaften der 2011 gegründeten Landgemeinde habe sich gut entwickelt. Ein großes Thema seien die Lkw-Führerscheine bei den Einsatzkräften. Die Gemeinde fördert die Schulung und macht den Führerschein zur Voraussetzung bei der Einstellung von Bauhof-Mitarbeitern. Die seien angehalten, auch in der Feuerwehr aktiv zu werden, so der Bürgermeister.

Ein Problem sei die Finanzierung und Beschaffung von Einsatzfahrzeugen. Die wenigsten Kommunen in Thüringen hätten das Geld für neue Feuerwehrautos, so Henning. Leider sei der Kauf gebrauchter Fahrzeuge nicht förderfähig, weiß der stellvertretende Ortsbrandmeister Michael Montag. Doch könnte ein ausrangiertes Fahrzeug einer Berufsfeuerwehr in kleinen Wehren noch gute Dienste leisten. Für ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF-W) für Hildebrandshausen werden gerade die Anträge erarbeitet. Neuanschaffungen seien auch in Wendehausen und Heyerode in den nächsten Jahren fällig.

Brandschutz als Pflicht der Kommunen braucht finanziellen Spielraum

Zwischen 200.000 und 300.000 Euro kostet ein neues großes Einsatzfahrzeug. Das sei mit der jetzigen Förderung vom Land kaum zu stemmen, sagt Henning. Der Kommune sei der Brandschutz als Pflichtaufgabe bewusst, aber das Land müsse den Gemeinden auch den Spielraum dafür lassen – etwa über eine Anpassung der Förderung oder eine zentrale und damit günstigere Beschaffung. Allein die Modalitäten zur europaweiten Ausschreibung überstiegen die Möglichkeiten vieler Kommunen. In der Gemeinde betreut Mitarbeiterin Theres Kuhlmann seit einigen Monaten den Bereich Feuerwehren. Angedacht sei auch ein zentrales Lager für Einsatzkleidung.

Oft ist es die Unterstützung von außen, die den Feuerwehren bei der Anschaffung neuer Technik hilft. So übergab die Sparkassenversicherung nun eine Wärmebildkamera im Wert von 1.600 Euro an die Gemeinde. Sie soll in Wendehausen stationiert werden. „Bei der Suche nach Glutnestern ist das Gerät hilfreich“, sagt der Ortsbrandmeister. In Lengenfeld unterm Stein gibt es die Technik bereits, sie kam jüngst beim Brand eines Wohnhauses zum Einsatz. Damit konnten weitere Brand- und Löschwasserschäden konnten reduziert werden. Auch deshalb unterstütze man die Anschaffung, wie Dieter Jagiella von der Versicherung sagte. Bis 2023 sollen über 800 versicherte Kommunen damit ausstattet werden. Die Kosten: Rund 1,3 Millionen Euro.