Für mehr Behaglichkeit in Jugendclubs im Unstrut-Hainich-Kreis

Claudia Bachmann
| Lesedauer: 2 Minuten
Lilly Pohl (20 aus Bruchstedt/vorn) gehörte zu jenen Vertretern der Träger der Jugendclubs im Landkreis, die den Bescheid über den Zuschuss jetzt im Landratsamt in Mühlhausen abholen konnten. 

Lilly Pohl (20 aus Bruchstedt/vorn) gehörte zu jenen Vertretern der Träger der Jugendclubs im Landkreis, die den Bescheid über den Zuschuss jetzt im Landratsamt in Mühlhausen abholen konnten. 

Foto: Claudia Bachmann

Unstrut-Hainich-Kreis.  Wie der Landkreis durch Umschichten von Geld die Jugendclubs aufwerten will. Was können die jungen Leute mit dem Geld machen?

Lilly Pohl will etwas bewegen in Bruchstedt, die jungen Leute zusammenbringen. 20 ist sie, absolviert in Erfurt gerade die Ausbildung zur Erzieherin. Sie steht an der Spitze des Familien- und Jugendclubs.

„Wir haben uns oft draußen getroffen oder bei anderen Jugendlichen im Garten, im Haus oder in der Garage. Dabei gab es in unserem Dorf einen Jugendclub, doch der stand ungenutzt da“, sagt sie. Gemeinsam mit Bruder Simon (18) ergriff sie die Initiative. Seit dem Frühjahr haben sie die Schlüsselgewalt von der „älteren Generation“ übernommen.

30 Bruchstedter – aber auch einige aus Nachbardörfern – kommen mittlerweile in den Jugendclub. Zehn sind die Jüngsten, Mitte 30 die Ältesten. „Wir versuchen, schon die Kleinen an das Leben und die Aufgaben in einem Jugendclub heranzuführen, auch sie treffen sich mehrmals die Woche.“ Die beiden Herren im vierten Lebensjahrzehnt seien dagegen eher „gute Freunde, die immer wieder zu Besuch kommen“. Der Club allerdings ist recht spärlich möbliert. Selbst wenn man sich zum gemeinsamen Essen, Spielen, Chillen trifft, fehlt so manche Sitzgelegenheit. Zudem steht ein zweiter großer Raum derzeit weitgehend ungenutzt. Auch neue Farbe ist notwendig, ebenso neuer Fußboden. Aufgaben, die die Bruchstedter in den nächsten Wochen angehen werden.

Ihr Familien- und Jugendclub gehört zu jenen 28 Clubs, die für die Ausstattung beim Landkreis Unterstützung beantragt – und auch bewilligt bekommen haben. 3000 Euro betrug die Höchstsumme, sagte Daniela Hellbach vom Jugendamt, die Bruchstedter haben sie komplett zugesprochen bekommen. Insgesamt flossen 63.000 Euro.

Im Vorjahr zu wenig Geld abgerufen, das wird umgeschichtet

„Ausgangspunkt für diese Unterstützung war eine Erhebung, welche Jugendclubs und Jugendräume es eigentlich im Landkreis gibt. Die sollten unterstützt werden, zumal aus der örtlichen Jugendförderung von 2020 noch Geld übrig war“, sagt Hellbach. Die Hauptgründe, weshalb weniger Geld abgerufen wurde, als tatsächlich vorhanden war: Wegen der Corona-Einschränkungen waren die Einrichtungen lange geschlossen, zudem waren viele Jugendpauschalstellen nicht besetzt. Der Jugendhilfeausschuss beschloss, das Geld umzuschichten und für eine bessere Ausstattung der Clubs einzusetzen. Das Geld fließt nun – wie im Falle des Bruchstedter Familien- und Jugendclubs – für die Renovierung und für Möbel, aber auch für Küchenzubehör und Freizeitutensilien.