Große Bühne für Bad Tennstedts Kurpark

Bad Tennstedt.  Wegen alter Fundamente und Bodenproblemen liegt die Umgestaltung des Bad Tennstedter Kurparks nicht mehr ganz im Zeitplan.

Bürgermeister Jens Weimann (links) bespricht vor der neuen Bühne mit Claudia Montag und Alexander Schroeter von den Bau- und Planungsunternehmen letzte Details.

Bürgermeister Jens Weimann (links) bespricht vor der neuen Bühne mit Claudia Montag und Alexander Schroeter von den Bau- und Planungsunternehmen letzte Details.

Foto: Daniel Volkmann

Bühne frei für Bad Tennstedt: Im Kurpark hat der Aufbau des neuen Podiums begonnen. Dieses ist mit 50 Quadratmetern größer als ursprünglich geplant. Denn auch das Stadtorchester soll künftig bei Auftritten ausreichend Platz haben. Nachträglich segnete der Stadtrat außerdem den Anbau für das Stuhllager ab, der schon jetzt an der Bühnenkonstruktion angebracht ist.

Der Umbau des Kurparks geht voran. „Wir liegen zwar nicht ganz im Plan, aber bei der Größe des Bauprojekts gibt es immer Unwägbarkeiten“, informieren Claudia Montag vom Landschaftsbauunternehmen aus Erfurt und Alexander Schroeter vom Weimarer Planungsbüro Heinisch. So wurden zum Beispiel Fundamente des alten Schwefelbad-Heizhauses und ein Wasservorratsbecken der früheren Gärtnerei gefunden. Auch musste mehr Erde bewegt werden als gedacht. Denn laut Montag erwies sich der Boden an einigen Stellen als nicht ausreichend tragfähig, weshalb zusätzlich Schotter eingebracht wurde.

Zahlreiche Zaungäste verfolgen die Bauarbeiten

Die Bühne hat einen neuen Standort bekommen. Damit ändert sich auch die Struktur des Festplatzes, der künftig Zentrum des Kurparks sein wird. Dazu musste die Brücke über die Öde einige Meter versetzt

werden. Der neue Weg bildet bereits die beabsichtigte Sichtachse mit dem Eingang der angrenzenden Reha-Klinik. Die Median-Einrichtung nutzt auch schon den fertiggestellten Blühgarten bei der Bewegungstherapie. Dafür wurde übergangsweise ein Zugang geschaffen, damit die Patienten leichter den neuen Parkteil erreichen.

„Immer wieder stehen Einheimische und Patienten am Zaun und schauen bei den Bauarbeiten zu“, berichten Claudia Montag und Alexander Schroeter. Nicht bei allen ihrer Baustellen gebe es so viel Publikum. „Was wir als Außenstehende sagen können, dass es hier großes Interesse gibt“, sagen sie. Auch sei die Zusammenarbeit mit der Stadt und der Verwaltung sehr harmonisch und lösungsorientiert.

Das Lob freut Bürgermeister Jens Weimann (CDU). Auch ist er froh, dass der Kurpark-Umbau Gestalt annimmt. „Es waren alles keine leichten Aufgaben“, sagt er. Anfangs gab es viel Kritik. Vor allem als die massiven Fällungen der kranken und maroden Bäume begannen. „Inzwischen bekomme ich nur noch positives Feedback“, so Weimann.

Pflanzungen sind inzwischen fast abgeschlossen

Seit 2019 wird der Kurpark umgestaltet, der mit insgesamt 1,7 Millionen Euro auch das größte Investitionsprojekt Bad Tennstedts ist. „Wenn er fertig ist, ist das eine enorme Steigerung der Attraktivität“, sagt der Bürgermeister. Am neuen Festplatz fressen sich derzeit die Bagger durch den Boden, um die

Pflasterarbeiten vorzubereiten. Auch das Goethe-Café, das verpachtet ist, wird künftig davon profitieren. Denn die Fläche für die Außenbewirtschaftung wird größer. Beim Quellpavillon werden im Zuge der Arbeiten gleich die Leitungen ausgetauscht, denen das Schwefelwasser im Lauf der Zeit zugesetzt hat.

Das Schwefel-Tretbecken wurde ebenfalls versetzt, es befindet sich jetzt näher am Blühgarten. Die Pflanzungen sind fast abgeschlossen, lediglich ein Teil der Stauden fehlt noch. Ein Teil der alten Bäume, die erhalten wurden, trägt noch Fäll-Markierungen. Diese sind die Hinterlassenschaft eines Unbekannten, der in einer Nacht-und-Nebel-Aktion Farbe auf die Rinde aufgesprüht hatte, so dass es aussah, als ob fast alle Bäume im Kurpark gefällt werden sollten. „Das wird sich verwachsen“, erklärt Weimann.

Laut Montag und Schroeter soll die Umgestaltung des Kurparks im Frühsommer abgeschlossen sein. Voraussetzung ist allerdings, dass das Wetter mitspielt und die Bauarbeiter nach der Feiertagspause im Januar gleich wieder loslegen können.