Im Unstrut-Hainich-Kreis lockt der Denkmaltag

Rainer Schmalz und Daniel Volkmann
| Lesedauer: 2 Minuten
Ballhausen: Denkmaltag Armee-Camp auf dem Schlossplatz in Ballhausen.

Ballhausen: Denkmaltag Armee-Camp auf dem Schlossplatz in Ballhausen.

Foto: Daniel Volkmann

Unstrut-Hainich-Kreis.  Tausende Besucher zieht es zum „Tag des offenen Denkmals“ in alte Gemäuer im Unstrut-Hainich-Kreis. Auch Technik und Sanierungen gab es zu sehen.

Ob alte Gemäuer, historische Technik oder gerade erst Saniertes: Die Akteurinnen und Akteure des Denkmaltages 2021 im Unstrut-Hainich-Kreis werten die Besucherresonanz zum Tag des offenen Denkmals am vergangenen Sonntag als durchweg positiv.

Von Schlotheimer Seilern

Wie mühsam einst das Spinnen und Weben des Flachses zu Leinen war, konnten die Besucher im Seilermuseum Schlotheim erleben. So überzeugte der gelernte Weber und spätere Webmeister Aribert Wirth (87) nicht nur in der Handseilerei, sondern auch an teils über 100 Jahre alten Webstühlen. In dem heutigen Museumsgebäude begann man vor genau 125 Jahren mit der Seilerei.








Technik aus dem Weltkrieg

Auf dem Schlossplatz vor der Mahn und Erinnerungsstätte „Luftkrieg über Mitteldeutschland“ in Ballhausen zeigte die Interessengemeinschaft für Fahrzeuge und Funktechnik amerikanischer und deutscher Soldaten im Zweiten Weltkrieg einiges an Technik.

Carsten Manig aus Eisenberg informiert über seine historische DKW, sie stammt von der Luftwaffe aus dem Zweiten Weltkrieg. Außerdem lockten viele Informationen aus dieser Zeit und die Ausstellung in die Erinnerungsstätte.




Im Tennstedter Pulverturm

Der Bad Tennstedter Bernd Hornaf vom Kultur- und Heimatverein der Stadt informierte die Besucher des Pulverturms über die Bedeutung des Turms zur damaligen Zeit. Die mittlere Etage des 13 Meter hohen Turms zeigt eine Ausstellung zum Bauernkrieg.

Weiter oben gibt es Informationen zum 30-jährigen Krieg in der Tennstedter Region. „Im unteren Bereich des Turms befindet sich das sogenannte Angstloch, ein Gefängnis Mitte des 17. Jahrhunderts“, sagt Hornaf. Die Häftlinge seien mit einer Winde gut sechs Meter hinabgelassen worden. Bis zu fünf inhaftierte hätten dort bis zu ihrem Lebensende verbracht.


Holzstraße und Stadtmauer

Durchweg fasziniert waren die Besucher in Mühlhausen von der Sanierung und dem Umbau des Gebäudekomplexes Holzstraße 11/12 zum Wohnprojekt „Quartierswohnen“ der Diakonie Doppelpunkt. Der liebevoll gestaltete Innenhof und kleine Garten, die Antoniuskapelle und vor allem die Pavillons auf der historischen Stadtmauer vermitteln ein zauberhaftes Ambiente.





Leben wie die Germanen

Dass bereits die Germanen meisterhafte Handwerker waren, demonstrierten Silvio und Frank Rödiger mit Drechsel- und Lederarbeiten den Besuchern des Germanenfestes im Opfermoor Vogtei bei Niederdorla. Außerdem gab es eine Weberei und Färberei sowie Einblicke in das Leben einer germanischen Siedlung. Unterhaltsam waren die angebotenen Spiele.





In der Turmwindmühle

Vor dem mächtigen Stirnrad im Dachgeschoss der Schlotheimer Turmwindmühle blickt Frank Blaß (links) gegenüber den Besuchern Annerose und Gerhard Weidenbach auf die erfolgreiche Sanierung der Mühle zurück. Für das Erscheinungsbild des technischen Denkmals fehlen nur Flügel und Windrose. Dazu sei man nun mit Firmen und Denkmalpflegern in Kontakt.

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