Kirchenkreis Mühlhausen zehrt von Reserven

Landkreis.  In der letzten Synode der aktuellen Amtszeit ziehen die Vertreter der Kirchengemeinden Bilanz und geben Ausblick auf die Zukunft

Unter anderem der Haushaltsplan für 2020 stand auf der Tagesordnung der Herbstsynode im Haus der Kirche.

Unter anderem der Haushaltsplan für 2020 stand auf der Tagesordnung der Herbstsynode im Haus der Kirche.

Foto: Alexander Volkmann

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Der evangelische Kirchenkreis Mühlhausen steht, wie die Kirche allgemein, vor großen Herausforderungen. Die Mitgliederzahlen sinken und damit die Einnahmen aus der Kirchensteuer. Trotzdem wird es 2020 mehr Geld für die 95 Kirchengemeinden zwischen Ammern und Zimmern geben.

Die letzte Synode der sechsjährigen Amtsperiode am Samstag im Mühlhäuser Haus der Kirche zog Bilanz. Etwa 31.000 evangelische Christen sind Mitglied des Kirchenkreises Mühlhausen, zu dem auch die früheren Altkreise Bad Langensalza und Eichsfeld gehören. Jährlich sinkt die Zahl aber um mehr als 500. Damit liege man dennoch unter dem Durchschnitt der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. In den letzten fünf Jahren verstarben 3000 Mitglieder, 1320 Menschen wurden getauft. 1.000 vor allem jungen Menschen traten aus der Kirche aus.

Noch profitiert der Kirchenkreis Mühlhausen vom Altvermögen der ehemaligen Kirchenprovinz Sachsen, das nach dem Zusammenschluss mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche Thüringen aufgeteilt wurde. Etwa fünf Millionen Euro flossen daraus in den letzten zehn Jahren in den Kirchenkreis, wovon unter anderem die Sanierung von Haus der Kirche und Jugendkirche in der Kreisstadt profitierten. Diese Reserve ist nun größtenteils ausgeschüttet, zehn Jahre noch kommen Zuwendungen aus dem Altvermögen. Schwieriger dürfte die Finanzsituation danach werden wegen geringerer Einnahmen aus der Kirchensteuer, an der die Stellenplanung geknüpft ist. Die ist bis 2025 fest.

So steht der Kirchenkreis immer noch gut da. 688.000 Euro sind im kommenden Jahr an Ausgaben geplant, der größte Teil (216.000 Euro) für die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien. 53.000 fließen ins Evangelische Schulzentrum, 125.000 Euro in die Verwaltung.

Wie der Kirche die Nachwuchsgewinnung gelingen kann, ist eine der wesentlichen Fragen, mit der sich die Synode in ihrer endenden Amtszeit beschäftigt hat. Präses Jens Ritter sieht den Erprobungsraum in Bad Langensalza dabei als Experiment, das zeigt, wohin sich Kirche entwickelt. Ein Fazit darüber, ob der Mitgliederschwund damit aufgehalten werden kann, sei aktuell nicht möglich. Es sollen Impulse für die Arbeit in den Kirchengemeinden entwickelt werden. Auf der anderen Seite stehe die Frage, ob mit all zu modernen Formen des Gottesdienstes nicht vielleicht ältere Mitglieder verprellt würden. Konsequent modern oder ein sanfter Übergang? Die Jugendsynode im Frühjahr habe gezeigt, dass zwischen Jung und Alt oft Welten liegen, so Ritter. Aber sie habe auch gezeigt, dass der Wille zum Gespräch da sei.

Auf 30 Jahre Mauerfall, der maßgeblich in den Kirchen vorbereitet wurde und das schon ab 1987, blickte Superintendent Andreas Piontek in seinem Bericht zurück. Weitere Jubiläen in diesem Jahr waren das 20-jährige Bestehen des Kirchenkreises Mühlhausen sowie das 25-jährige Bestehen des Kreiskirchenamtes.

Veränderungen gibt es in Mühlhausen mit der Zusammenlegung der drei Gemeinden St. Nicolai-Divi Blasii, St. Petri-Margarethen und St. Martini-St. Georgii zur gemeinsamen Kirchengemeinde Mühlhausen ab 1. Januar 2020. Auch im Bereich östlich von Bad Langensalza und bei den Pfarrstellen Horsmar und Ammern gab es strukturelle Veränderungen.

Im Mai konstituiert sich die neue Synode. Die Neubesetzung der Superintendentur werde für den Kirchenkreis ein einschneidendes Ereignis, so Präses Ritter. Andreas Piontek habe den Kirchenkreis geprägt. 2023 geht er in den Ruhestand.

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