Kleine Mühlhäuser Kirmesfans geben inoffiziellen Startschuss

Mühlhausen  Mit traditionellen Kirmesliedern ist die Mühlhäuser Stadtkirmes am Freitag von den Kindern eröffnet worden. Offiziell geht es um 17 Uhr los.

Die Kirmes in Mühlhausen startet mit Kirmesliedern im Garten des Puschkinhauses.

Die Kirmes in Mühlhausen startet mit Kirmesliedern im Garten des Puschkinhauses.

Foto: Alexander Volkmann

Das Singen traditioneller Kirmeslieder im Garten des Puschkinhauses gilt als der inoffizielle Start der Mühlhäuser Stadtkirmes. Fast 200 Kinder aus neun Mühlhäuser Kindergärten und dem aus Körner trafen sich dazu am Freitagvormittag unter den mit Kirmesketten geschmückten Bäumen. Kirmeslieder wie „Widewitt Johannistal“, „Ein Bauer fuhr ins Holz“ und „500.000 Mann“ animierten nicht nur die Kinder zum Mitmachen.

Mit dabei waren auch die jungen Muttis Denise Merz und Melanie Puffke. Die beiden Erzieherinnen sind gerade in Elternzeit und ließen sich den Besuch bei ihren Steppkes nicht nehmen. Mitgebracht hatten sie selbst ihre beiden Zwerge Leni (7 Monate) mit Bruder Malte (4 Jahre) und die neun Monate alte Olivia. Auf deren Kinderwagen stand treffender Weise „Meine 1. Kirmes“. Früh übt sich.

Kinder studierten Tänze und Lieder ein

Klaus-Dieter Kirchner vom Priorat für Kultur und Soziales als Veranstalter, Kirmesoberbürgermeister Steffen Gretsch und Mühlhausens Oberbürgermeister Johannes Bruns (SPD), der sich selbst in die Kirmeskreise einreihte, konnten aus der Runde der Knirpse schon in Augenschein nehmen, wer als echtes Kirmeskind später vielleicht selbst einmal Mitglied einer Kirmesgemeinde werden könnte.

Zum dritten Mal gaben als „Die lustigen Kirmesmusikanten“ Sängerin Linda Genzel und Musiker René Schlothauer mit Schlagzeuger Christian Höppe den Ton an. Man könne nun schon von einer Tradition sprechen, meint die Sängerin. So textsicher wie sie waren übrigens auch die meisten Kinder, die bereits seit einigen Tagen Tänze und Lieder in ihren Kindergärten einstudieren.

Schon vor 142 Jahren, so lange gibt es das Fest schon, seien einige der Lieder bereits gesungen worden; es sei schön zu sehen, dass die Tradition auch von den Jüngsten bewahrt werde, freute sich Oberbürgermeister Bruns. Er spendierte den Kindern dafür ein Eis.

Buntes Treiben auf dem Kirmesmarkt

Auf dem Untermarkt hatten sich zu gleichen Zeit Gisela Schlick und ihre Schwester Karin Ihle vor einem Café gemütlich gemacht. Gemeinsam mit Freundinnen starteten sich bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Zwetschenkuchen in das Heimatfest. Um sie herum herrschte buntes Treiben auf dem Kirmesmarkt, wo allerhand Leckeres und Handgemachtes angeboten wurde. Diesmal sorgten die „Fidelen Musiker“ um den Seebacher Roland Bäumlein für Stimmung. Die Musiker flanierten mit Kirmesliedern über den Platz und machten auch bei den Seniorinnen halt, die mit voller Kehle einstimmten zu „Ein Bauer fuhr ins Holz an“, begleitet von den Akkordeon, Tuba und Schlagzeug. „Wir singen beide im Chor“, erklärt Karin Schlick und ihre Schwester sagt mit ihren über 80 Jahren: „Ich bin zur Kirmes jeden Tag auf Achse und wenn ich krieche.“

Acht Bleche Zwetschenkuchen hat die Konditorei Schikore in diesem Jahr für den Kirmesmarkt gebacken, erklärte Kirstin Hanl. Die Pflaumen kommen aus dem Garten von Schikore Senior. Es sei eine reiche Ernte gewesen dieses Jahr. Hefeteig, Pflaumen, Öl und Zimt – das sind die Zutaten für den traditionellen Kirmeskuchen. In die Reihe der Händler hatten sich auch Anna Hammesfahr mit Sohn Oskar und Monique Dubois eingereiht. Sie boten den Gästen kühle Getränke, darunter Kirmesbowle, an. Einige Meter weiter stand Ralf Haßmann, den die meisten Mühlhäuser nur unter seinem Spitznamen „Drehstrom“ kennen. Seit gefühlt 20 Jahren, ganz genau könne er es nicht sagen, verkauft er die Mühlhäuser Kirmeszeitung und seit drei Jahren den Anstecker, den Kirmes-Pin, der mittlerweile als Sammlerobjekt sehr beliebt ist. Am Samstag ist Haßmann mit der Zeitung bei der Musikschau dabei, am Sonntag führt er quasi den Kirmesumzug an, geht mit der Kirmeszeitung vorneweg. Und dort hat er einen jungen Mann im Schlepptau. Der 19-jährige Cedric, ein Schwabe, geht bereits seit neun Jahren mit.

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