Kommentar: Mülverstedt zeigt Chuzpe

Friedemann Mertin über eine bemerkenswerte Sitzung.

Portrait - TA Redakteur Friedemann Mertin.

Portrait - TA Redakteur Friedemann Mertin.

Foto: Alexander Volkmann / TA

Die Wikipedia definiert Chuzpe als eine Mischung aus zielgerichteter, intelligenter Unverschämtheit, charmanter Penetranz und unwiderstehlicher Dreistigkeit. Das trifft im Kern, was am Dienstag in Mülverstedt geschah.

Da führen ein Ortschaftsbürgermeister und Ortschaftsräte Gespräche über ein Millionenprojekt, signalisieren Zustimmung, die Konzeptionierung könne ruhig schon beginnen, der Landgemeinderat werde sicher zustimmen.

Indes: Die Landgemeinde, als Ansprechpartnerin für Investoren und entscheidende Instanz, wusste von nichts, war nicht eingeladen – im Gegensatz zur Presse.

Nun darf und muss sich ein Ortschaftsrat engagieren. Das Projekt ist ein Geschenk für das Dorf. Aber weshalb tanzt die kleine Ex-Gemeinde Mülverstedt der großen Landgemeinde auf der Nase rum? Welcher Schaden wäre entstanden, den Bürgermeister einzubeziehen? Die Landgemeinde ist noch keine zwei Jahre alt. Mit solchen Alleingängen wird die frische Partnerschaft der Orte untergraben.

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