Masken auf den Wochenmärkten im Unstrut-Hainich-Kreis

Unstrut-Hainich-Kreis.  Seit zwei Wochen empfiehlt der Landkreis das Tragen einer Maske auch im öffentlichen Raum. Das führt zu Diskussionen – auch auf den Wochenmärkten.

Petra Wabner aus Mühlhausen verkauft auf dem Wochenmarkt Eier, Nudeln und Geflügel. Sie führte schon einige Diskussionen mit Kunden, die keine Masken tragen wollen. 

Petra Wabner aus Mühlhausen verkauft auf dem Wochenmarkt Eier, Nudeln und Geflügel. Sie führte schon einige Diskussionen mit Kunden, die keine Masken tragen wollen. 

Foto: Susan Voigt

„Ich trage eine Maske, um meine Mitmenschen und mich selbst zu schützen“, sagt eine Frau am Dienstag auf dem Wochenmarkt in Mühlhausen im Gespräch mit einer Händlerin. Die Frau ist Mitte 80, hat einen Einkaufsbeutel über dem Arm, das Portemonnaie in der Hand und die Maske über Mund und Nase. So oft es geht, kommt sie auf den Obermarkt, um frisches Gemüse und Fleisch vom Biobauern zu kaufen, erzählt sie.

In den vergangenen Wochen allerdings verzichtete sie weitestgehend auf den Marktbesuch – „der Gesundheit wegen“. Das hat auch die Händlerin bemerkt, die sich zwar freut, die alte Dame wiederzusehen, ihre Meinung über die Maskenpflicht aber ganz und gar nicht teilt. „Das ist doch alles Schwachsinn. Die Leute werden nur noch verrückt gemacht“, sagt sie. An ihrem Stand verkauft die Händlerin aus Mühlhausen Gemüse. Eine Maske trägt sie nicht und auch vom Abstandhalten hält sie wenig, wie sie selbst sagt. „Alles überzogene Panikmache“, raunt sie ihrer 85-jährigen Kundin immer wieder zu.

Mit der vor etwa zwei Wochen in Kraft getretenen Allgemeinverfügung des Landkreises gilt nun auch auf den Wochenmärkten eine Maskenempfehlung. Überall dort, wo ein Abstand von 1,5 Meter nicht eingehalten werden kann, sollte eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. In Mühlhausen machen Aufsteller und Desinfektionsspender an den Zugängen zum Markt am Dienstag und Freitag darauf aufmerksam. Eine Maskenpflicht gibt es jedoch nicht.

Vor allem ältere Menschen zeigen keine Einsicht

Diese Empfehlung nehmen die Marktbesucher allerdings unterschiedlich auf. Das zeigt ein Blick auf den Markt und das bestätigen auch die Händler: „Viele halten sich an die Vorgaben, halten Abstand und tragen eine Maske. Mindestens genauso viele interessieren sich aber überhaupt nicht für die Hinweise“, sagt Petra Wabner aus Mühlhausen. Sie verkauft jeden Dienstag Eier, Nudeln und Geflügel für den Landwirtschaftsbetrieb Franke aus Kreuzebra – mit Schutzvorrichtung vor ihrem Stand und mit Maske über der Nase. Erst in dieser Woche hatte sie wieder eine hitzige Diskussion mit einem Kunden, erzählt die Händlerin. „Es sind vor allem die älteren Menschen, die keine Einsicht zeigen. Mir gefällt es auch nicht, den ganzen Tag mit Maske rumzulaufen. Aber es muss sein.“

Genau wie Petra Wabner steht auch Heribert Hesse aus Hausen im Eichsfeld mit seinem Pilzmobil jeden Dienstag auf dem Obermarkt. Vor seinem Transporter steht ein relativ schmaler Tisch, zwei Hinweisschilder mit der Bitte um Abstand hängen an Auto und Schirmständer. Hesse selbst trägt Maske – „Weil ich an meinem Stand den Abstand nicht einhalten kann, wenn die Kunden zu dicht am Tisch stehen“, sagt er.

Keine Pflicht für Mund-Nasen-Bedeckungen

Auch an den Zugängen zum Mittwochsmarkt in Bad Langensalza stehen seit drei Wochen Schilder, die um freiwilliges Masketragen bitten. Ein Blumenhändler aus Mühlhausen hat seinen Stand direkt am Rathaus aufgestellt, er kommt bereits seit 30 Jahren jede Woche in die Kurstadt. Im Frühjahr und Sommer verkauft er Schnittblumen, im Winter Friedhofs- und Adventsgestecke. Und obwohl sein Stand breit genug ist, trägt er seine Maske.

Auch auf dem Erfurter Domplatz verkauft er seine Blumen jede Woche, erzählt er. Dort herrsche allerdings Maskenpflicht. Und das halte er auch in Bad Langensalza für sinnvoller. „Wir müssen uns im Moment eben alle etwas zusammenreißen, es hängt zu viel dran“, sagt er. Kaum einer seiner Kunden habe bisher eine Maske getragen. „Das ist unvernünftig“, meint der Händler.

Und während er erzählt, wird er von eben der Gemüsehändlerin unterbrochen, die schon am Dienstag in Mühlhausen den Leuten offen ihre Meinung mitteilte. "Zieh doch die Maske ab, so versteht dich doch niemand", drängt sie den Mann. Der winkt ab und sagt: „Es gibt eben auch dumme Leute.“