Gute Morgen

Mein altes Rutentrauma

Klaus Wuggazer hatte es am 6. Dezember nicht leicht

Klaus Wuggazer

Klaus Wuggazer

Foto: Marco Schmidt

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Wenn Sie in den nächsten Tagen mit mir streiten wollen, bitte ich Sie herzlich, das auf nächste Woche zu verschieben. Denn ich bin für mich selbst überraschend im Friedlichkeitsmodus. Nach längerem Sinnieren machte ich als Ursache meines antikrawalligen Verhaltens ein Kindheitstrauma aus. Denn am Freitag ist Nikolaustag. Und in meiner schwäbischen Urheimat, die nach fast 30 Jahren in Thüringen bis auf einige unauslöschliche Dialektspuren kaum mehr durchschlägt, ist der 6. Dezember der Tag der Wahrheit.

Während hierzulande der Weihnachtsmann am 24. Dezember die jährliche Artigkeitsabrechnung bei Kindern vornimmt, kam zu mir damals immer schon am 6. Dezember der Nikolaus (dem ich übrigens auch meinen Vornamen verdanke, der „Sieg(er) des Volkes“ bedeutet, wieder was gelernt). Häufig war er in Begleitung von Knecht Ruprecht. Beide zögerten nicht, beim Aufzählen schlechter Taten ihre Rute zu gebrauchen. Also hieß es in der heißen Phase Anfang Dezember: überartig sein.

Wie schön ist es da in Thüringen. Da musste ich einzig lernen, am Niklastag im morgendlichen Tran nicht unbedacht in die Schuhe zu schlüpfen. Aber das habe ich schnell begriffen, nach dem Zwischenfall beim ersten Mal, dem ein über Nacht wundersam in meine Treter geratener Schokoweihnachtsmann und eine Socke zum Opfer fielen.

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