Merxleber Feuerwerker sieht Silvesterfeuerwerke in Gefahr

Bert Luidhardt sagt: „Die Branche muss wissen, wie es weiter geht“

Feuerwerker Bert Luidhardt fragt sich in seinem leer geräumten Laden in Merxleben, wie es wohl weitergehen wird.

Feuerwerker Bert Luidhardt fragt sich in seinem leer geräumten Laden in Merxleben, wie es wohl weitergehen wird.

Foto: Daniel Volkmann

Die Regale in der ehemaligen Kaufhalle von Merxleben sind wieder leer, und der Boden ist gefegt. Da, wo sich sonst kurz vor Silvester Hunderte Menschen mit Feuerwerk eingedeckt haben, wurde in den vergangenen Tagen gepackt. Die gesamte, für den Verkauf vorgesehene Pyrotechnik musste ordentlich verpackt und abtransportiert werden. Hunderte Feuerwerksbatterien, Raketen und Böller durften zum Jahreswechsel nicht verkauf werden.

„Die Gesetzesänderung zum Feuerwerksverkauf kam für uns völlig überraschend. Auf unserer Ware sind wir komplett sitzen geblieben. Das tut schon weh“, sagt der Merxleber Feuerwerker und Sprengmeister im Hauptberuf Bert Luidhardt. Die Ware, die Luidhardt bereits zu Beginn des vergangenen Jahres im Ausland bestellt, geliefert bekommen und bezahlt hatte, schmerzt finanziell gleich doppelt. Für sie habe er bereits Umsatzsteuer abgeführt, erläutert der Sprengmeister. Einen kleinen Teil der explosiven Pyrotechnik habe er auf Kosten des Großhändlers zurücksenden können.

Ein Desaster, welches viele Kollegen in der Branche noch die Existenz kosten könne, fürchtet der 58-Jährige. Er selbst habe seinen Kunden zwar angeboten, die Ware zu bestellen, in Vorkasse musste aber niemand gehen. So sei ihm wenigstens die Rückabwicklung des Geschäfts erspart geblieben.

Bezahlte Ware in einem Bunker gelagert

Die bezahlte Pyrotechnik habe er inzwischen in einem Bunker in Sachsen-Anhalt eingelagert. Laut Luidhart kann man dies nicht alles in den Räumen der einstigen Kaufhalle in der Ortsmitte lagern. Das Feuerwerk müsse kühl und trocken stehen, und der Bunker könne dies absolut gewährleisten.

„Wir Feuerwerker brauchen eine Perspektive und eine klare Aussage der Regierung dazu, wie es in diesem Jahr weiter geht“, sagt Luidhardt. Was ist, wenn das ohnehin umstrittene Silvesterfeuerwerk gänzlich verboten wird?, denkt der Sprengmeister weiter. Er habe in den vergangen Tagen viel mit Kollegen in der Branche telefoniert. Mit seiner Sichtweise stehe er nicht allein da.

Kaum Effekt durch weniger Feinstaub

Durch das Verkaufsverbot von Silvesterfeuerwerk wurde die Feinstaubbelastung deutlich zurückgefahren. Das kann man auch nach Luidhardts Ansicht nicht wegdiskutieren. So wie es häufig propagiert werde, sei es aber seines Wissens nach nicht. Auch das Bundesumweltministerium habe dazu eine Studie veröffentlicht. Der Feinstaub aus der Verbrennung eines pyrotechnischen Besatzes bestehe zu geringen Teilen aus Schwefel, Chlorit und Nitrat. Der übrige Feinstaub sei stark wasseranziehend und würde ohnehin sofort auf den Boden zurückkommen. „Was bleibt, ist ein Salz. Damit wird auch die Natur gedüngt“, sagt Bert Luidhardt. Aus seiner Sicht hat das Verkaufsverbot nicht den gewünschten Effekt gebracht, lediglich der Branche einen erheblichen Schaden zugefügt.

Der 58- Jährige hofft nun auf ein Signal vom Bund, ob Feuerwerk möglicherweise an einem anderen Tag in diesem Jahr abgebrannt werden kann. Denkbar sei der Mai. In dieser Zeit sei die Natur auch noch nicht so hitzebelastet. Der Plan, eine eigene Bad Langensalzer Feuerwerksbatterie produzieren zu lassen (unsere Zeitung berichtete), sei erst mal auf Eis gelegt.