Mit mobilem Hühnerstall die eigene Existenz starten

Körner.  Das Paar hat sich dazu entschieden bewusster zu leben. Gesunde Ernährung und die Selbstversorgung der kleinen Familie sind ein großes Thema.

Daniel Bermuske und Loreen Gebert auf ihrem kleinen Bauernhof in Körner. Sie gründen eine Existenz mit einen mobilen Hühnerstall.

Daniel Bermuske und Loreen Gebert auf ihrem kleinen Bauernhof in Körner. Sie gründen eine Existenz mit einen mobilen Hühnerstall.

Foto: Daniel Volkmann

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Um ihren kleinen Bauernhof mit Leben zu füllen, schafften sich Loreen Gebert und Daniel Bermuske aus Körner Ziegen und Hühner an. Hund und Pferde machen den Hof in der Ortsmitte komplett. Seit einigen Jahren saniert Daniel Bermuske ein Fachwerkhaus samt Scheune. Stallung und Koppel lassen das große Grundstück zu einem anheimelnden Bauernhof werden. Das Paar hat sich dazu entschieden, bewusster zu leben, gesunde Ernährung und die Selbstversorgung der kleinen Familie sind ein großes Thema.

Bei einer Recherche im Internet wollte sich der 41-jährige Mechatronik-Techniker eigentlich über Futter und Haltebedingungen für seine Hühner informieren.

Dabei ist er auf einen mobilen Hühnerstall gestoßen. Beide hätten keinen landwirtschaftlichen Ursprung, dennoch sei nach reiflicher Überlegung die Entscheidung zu einer Existenzgründung mit einem eigenen Hühnermobil gefallen.

Mit ihrer Idee, die vorerst im Nebenerwerb geführt werden soll, beantragte das Paar eine Förderung beim Leader-Programm für den ländlichen Raum. Mit Erfolg, die Gründung sei gut angekommen. Die Investition von rund 62.000 Euro für den mobilen Hühnerstall werde zu einem großen Teil gefördert. Im April kommenden Jahres werde der riesige Hühneranhänger in Körner eintreffen. Kurz darauf sollen 345 Hühner und drei Hähne ihr neues Zuhause in der mobilen Stallanlage finden.

„Die Vorteile des Mobilstalls liegen auf der Hand. Die Hühner können den ganzen Tag in frischem Grün scharren und Picken. Hier wird nichts überweidet, wir ziehen den Stall regelmäßig weiter. Das macht sich später am Ei bemerkbar“, sagt Daniel Bermuske. Auf der Suche nach Weideland habe sich die Landwirtschaft Körner bereiterklärt, eine gut acht Hektar große, in die Jahre gekommene Plantage zu verpachten. Die künftige Weidefläche liege direkt am Pilgerweg zwischen Körner und Volkenroda.

Die bereits bestellte Stallanlage sei vollautomatisch. Futterketten, Tageslichtlampen, Klima und Lüftung würden über die Photovoltaikplatten auf dem Dach des Stalls gespeist, erzählt Daniel Bermuske. Die Klappen, durch die die Hühner ins Freie gelangen, können wie das Tageslicht im Inneren des Stalls über Zeitschaltprogramme gesteuert werden. Mit einem speziellen Elektrozaun werden die 345 Legehennen vor Wildtieren geschützt. Das Paar rechnet mit über 300 Eiern am Tag. An sieben Tagen der Woche müsse man zum Stall Eier abnehmen und nach dem Rechten schauen.

Mit dem großen Futterbehälter am Anhänger kämen die Tiere eine ganze Weile zurecht. Lediglich Frischwasser sei regelmäßig aufzufüllen. Der Standort in der alten Plantage zwischen Körner und Volkenroda sei ideal. „Durch die Bäume bekommen unsere Tiere noch mehr Schutz. Trotzdem werden wir kleine Unterstände bauen, sie sollen sich richtig wohlfühlen bei uns“, sagt Betriebswirtschaftlerin Loreen Gebert. Angst die Eier nicht loszuwerden habe das Paar aus Körner nicht. „Wir bauen noch einen kleinen Selbstbedienungsladen mit Eiertheke. Außerdem sind wir mit verschiedenen Händlern in der Region im Gespräch. Wir haben die Idee einer Eier-Route durch den Landkreis, so können die Menschen ihre frischen Eier bei uns bestellen und wir liefern sie wöchentlich frei Haus“, erklärt Daniel Bermuske.

Neben dem Hühnerprojekt werkelt der 41-Jährige bereits an einem fahrbaren Ziegenstall. Schon während der Schwangerschaft hat das Paar Ausschau nach ein paar Milch gebenden Ziegen gehalten. „Ich wusste nicht, ob das mit dem Stillen klappt, und wir wollten gern eine Möglichkeit schaffen, unsere Tochter gesund zu ernähren. Klar könnten wir unsere Kleine auch mit Pulvermilch füttern, das war aber keine Option“, sagt Loreen Gebert. Mit der Milch könne sie den selbst zubereiteten Gemüsebrei anrühren. Wenn sie mal unterwegs sei, habe Lebensgefährte Daniel eine total gesunde und nährstoffreiche Ernährung für Tochter Elena.

Melken würde sie die beiden Ziegen selbst, auch Käse habe sie in diesem Jahr schon selbst hergestellt, dieser sei in der Familie schnell vergriffen gewesen. Auch die Ziegen und Pferde des Paars werden ab dem kommen Jahr auf der Weidefläche zwischen Körner und Volkenroda gehalten.

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