Notärzte trainieren in Mühlhausen Versorgung von Verletzten

Mühlhausen.  Rettungskräfte aus ganz Deutschland kommen seit fast fünf Jahren in die Kreisstadt, um sich in der Versorgung körperlicher Wunden fortzubilden.

Die Rettungsdienstschule Mühlhausen an den beruflichen Schulen ist Trainingszentrum für ITLS Deutschland, einem Verein für die Weiterbildung von Notärzten und Mitarbeitern vom Rettungsdienst innerhalb der Trauma Versorgung.

Die Rettungsdienstschule Mühlhausen an den beruflichen Schulen ist Trainingszentrum für ITLS Deutschland, einem Verein für die Weiterbildung von Notärzten und Mitarbeitern vom Rettungsdienst innerhalb der Trauma Versorgung.

Foto: Alexander Volkmann

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Diese Situation ist sicher nichts für schwache Nerven, wenngleich nur eine Übung. „Wo ist eigentlich das Amputat?“ Der Notarzt ruft in die Runde, nachdem er die große blutende Wunde des Mannes, der vor ihm liegt und vor Schmerzen stöhnt, medizinisch versorgt hat. Der Arm ist ab. „In der Maschine; nicht mehr zu retten“, antwortet einer der Helfer. Der Verletzte soll zur weiteren Versorgung in die Spezialklinik gebracht werden. Es sind die ersten Minuten, die zählen. Im Notfall muss jeder Handgriff der Retter sitzen. Das wird trainiert, so wie am Wochenende in Mühlhausen.

Notärzte und Rettungskräfte aus ganz Deutschland kommen seit fast fünf Jahren regelmäßig in die Kreisstadt, um sich in der Versorgung körperlicher Wunden, sogenannter Traumata, fortzubilden. Neun Notärzte und neun Teilnehmer aus dem Bereich Rettungsdienst waren es diesmal.

Seit 2015 ist die Rettungsdienstschule an den beruflichen Schulen des Landkreises als einziger Standort in den östlichen Bundesländern zertifizierte Ausbildungsstätte des International Trauma Life Support (ITLS) Deutschland. Der Verein schult Rettungskräfte in standardisierten Handlungsabläufen bei der Trauma-Behandlung. Zweimal jährlich, im Frühjahr und im Herbst, wird die Schule zum Trainingszentrum dafür.

Regelmäßig mit dabei ist Mediziner Thomas Schmitt aus dem Westerwald, der die ärztliche Leitung des Kurses übernimmt und ihn wissenschaftlich begleitet. Die Theorie lernen die Teilnehmer vor dem Kurs aus einem Handbuch. Nach einem Vorbereitungstest liegt der Schwerpunkt beim Wochenende in Mühlhausen vor allem in der Praxis. An realistischen Beispielen wird die Versorgung geübt. Die Patienten haben Verletzungen am Brustkorb oder Beckenbrüche, sie haben schwere Blutungen oder stehen unter Schock. Auch Brandwunden und ein Schädel-Hirn-Trauma werden bei der Übung versorgt. Es sind spezielle Situationen auf die der Notarzt nicht jeden Tag trifft.

Die Bedingungen seien ideal, lobt Kurskoordinator Heiko Meinel. Die Rettungsdienstschule biete kurze Wege und gute Rahmenbedingungen. Durch die Ausstattung seien verschiedene Trainingsszenarien möglich, darunter die Rettung Verletzter aus einem Fahrzeug. Auch die realistische Notfalldarstellung durch das Team der Ortsgemeinschaft Schlotheim des Deutschen Roten Kreuzes hebt Meinel hervor.

Die hat sich auf das „Herstellen“ von Wunden spezialisiert. So wurden auch am Sonntag wieder etliche Liter Kunstblut von Kathrin Beier und Katrin Fritz vergossen. Auch die Darsteller waren ganz in ihren Rollen, sie schrien, wirkten verwirrt oder apathisch, was einen zusätzlichen Stressfaktor für die Kursteilnehmer bedeutete.

Die Weiterbildung sei wichtig, weil Notärzte meist aus ganz vielen unterschiedlichen Fachrichtungen kämen, meint ITLS-Vorsitzender Michael Helms. Das Grundhandwerk Notfallmedizin, in der alle geschult seien, sei der Werkzeugkoffer. Die Werkzeuge mit denen er bestückt werde, seien die Kurse mit ihren Prüfungen, die international anerkannt und zertifiziert seien.

Es seien diese standardisierten Handlungsabläufe, die im Notfall das Leben von Verletzten sichern. „Wir wollen die Trauma-Versorgung möglichst flächendeckend in die Notfallmedizin bringen“, sagt Helms. Die beruflichen Schulen in Mühlhausen hatten sich vor fünf Jahren auf Initiative von Alexander Wettig, dem Fachbereichsleiter Rettungsdienst, erfolgreich als Trainingszentrum beworben.

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