Radurlaub daheim: Mix aus Kultur und Natur

Landkreis.  Diese Radtour verspricht eine gute Mischung: Ein altes Kloster, ein Bauwagen für Pedalritter mit Übernachtungsbedarf und eine Abkühlung in der Unstrut.

Reporter Alexander Volkmann und sein Sohn Raphael haben auf der Fahrradtour für eine Abkühlung auch an der Unstrut im Reiserschen Tal gestoppt.

Reporter Alexander Volkmann und sein Sohn Raphael haben auf der Fahrradtour für eine Abkühlung auch an der Unstrut im Reiserschen Tal gestoppt.

Foto: Alexander Volkmann

Eine ziemlich bunte Mischung erwartet Radfahrer auf der mittelschweren Runde im Westen des Unstrut-Hainich-Kreises durch das Unstruttal und einige Eichsfeld-Orte. Für Familien ist die Tour nur bedingt zu empfehlen, aber möglich, wenn sie mehrere Pausen einplanen. Denn es geht teilweise ganz schön bergauf. Der Mix besteht einerseits aus den verschiedenen Untergründen, in die die Fahrradreifen greifen. Von Asphalt, über Schotter, Waldweg, Feldweg und Wiese ist alles dabei. Aber auch der Mix von Kultur und Natur ist auf dieser Strecke besonders.

Start ist im Gewerbegebiet Ammern. Nicht dem Schild Unstrutradweg folgen, sondern zum Sportplatz Richtung Südwesten abbiegen! Am Luhnetor geht es Richtung Lengefeld (hinter der Brücke links halten) über einen Feldweg. Oben auf dem Plattenweg ist die erste steile Etappe geschafft. Von hier aus geht es auf der Landstraße relativ gemächlich nach Bickenriede. Eine erste Möglichkeit der Rast bietet die Terrasse von Gastwirt David Groß und seiner Berggaststätte. Rollend bergab gelangt man zum Kloster Anrode. Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster bietet viel Geschichte, die in einem Ausstellungsraum gezeigt wird. Im Innenhof kann man unter den Schatten spendenden Bäumen rasten.

Interaktive Karte der Strecke:

Anschließend geht es die Klosterstraße entlang auf einem Landwirtschaftsweg Richtung Norden – so steil, dass man etappenweise sogar schieben muss. Wer aber zur richtigen Jahreszeit kommt, kann sich an den Kirschen laben, die hier zahlreich am Wegrand wachsen.

Direkt am Wald geht es rechts Richtung Rodelandhütte mit einem fantastischen Blick ins Eichsfeld und in den Unstrut-Hainich-Kreis. Der höchste Punkt der Tour ist erreicht. Von nun an geht es überwiegend bergab. Über einen gut geschotterten Waldweg erreicht man bald die Lengefelder Warte. Das Zwitschern der Vögel übertönt manchmal sogar den Verkehr auf der nahen Bundesstraße kurz vor der „Schwarzen Hose“. Wer die stark frequentierte Straße nicht befahren mag, gelangt auf einem Pfad im Wald ebenfalls zur Warte und kann es sich im Biergarten von Familie Sander gemütlich machen. Der ehemalige Wehrturm ist seit über 80 Jahren Ausflugslokal.

Auf dem asphaltierten Weg nach Zella ins Unstruttal sollte man die Bremsen gut im Blick haben. Hier kann man Höchstgeschwindigkeiten erreichen. Durch Zella führt der ausgewiesene Unstrutradweg, der nun zurück nach Ammern führt. Am Ortsausgang von Zella, auf dem Hof von Vera Fütterer, sind Radfahrer gerngesehene Gäste. Wer sie in ihrem Bioladen oder auf dem Hof antrifft, könne gerne einen Kaffee oder einen frisch gemixten Smoothie zur Stärkung bekommen, lädt sie ein. „Wir haben jetzt auch einen Bauwagen eingerichtet als Unterkunft für Rad-Pilger“, sagt sie und gewährt einen Einblick.

Abwechslungsreicher Spielplatzin Horsmar direkt am Radweg

Geschmeidig geht es auf der Landstraße nach Horsmar. Linkerhand die Unstrut mit Wiesen, rechts der Wald, aus dem der Mühlhäuser Landgraben kommt und der erklärt: Hier endet das Eichsfeld.

In Horsmar lohnt sich ein Stopp am Sportplatz, der direkt am Radweg liegt. Dort gibt es einen Spielplatz mit einer langen Rutsche, Schaukeln und Wippe für Kinder. Kurz hinter Beyrode geht es direkt an der Unstrut nach Dachrieden, vorbei an dem ehemaligen Industriekomplex, der längst leer steht. Kurz hinter dem Ortsausgang wird es ruhiger. Der gut ausgebaute Radweg ins Reisersche Tal wartet mit viel Natur auf. Den Weg säumen hölzerne Skulpturen. Am Ufer der seicht dahin fließenden Unstrut weiden Schafe und Ziegen. Pedalritter können die qualmenden Füße im Wasser der Unstrut abkühlen.

Von Reiser aus ist es nicht mehr weit bis zum Startpunkt im Ammerschen Gewerbegebiet, wo auch Bratwurst und Eis zu haben sind. Etwa 32 Kilometer und vier Stunden stehen dann auf dem Tacho.

Eckdaten zur Tour vom Eichsfeld durch das Unstruttal

  • Start und Ziel ist im Gewerbegebiet Ammern (Unstruttal), Straße Am Brühl/Am Luhnetor nahe Sportplatz.
  • Länge: 32 Kilometer (reine Fahrzeit: 3,5 Stunden)
  • Höhenunterschied: etwa 200 Meter (zwischen Lengefelder Warte und Tal der Unstrut)
  • Schwierigkeitsgrad: mittel bis schwierig, teilweise starke Steigungen und Feldwege
  • Anbindung: per Auto nach Ammern, außerdem gibt es in Ammern einen Bahnhof (Strecke Erfurt-Leinefelde) mit regelmäßigem Halt und Bushaltestellen
  • Orte an der Strecke: Lengefeld, Bickenriede, Kloster Anrode, Zella (alle zur Gemeinde Anrode), Horsmar, Dachrieden, Reiser, Ammern (Gemeinde Unstruttal)
  • Sehenswertes an der Strecke: Kloster Anrode, ehemaliges Nonnenkloster von 1268, später landwirtschaftlich und industriell genutzt, heute: Ausstellung zur Geschichte, regelmäßige Veranstaltungen; Reisersches Tal/Flachstal (Naturschutzgebiet) mit seltenen Pflanzenarten und beeindruckender Natur an der Unstrutschleife nahe Reiser
  • Einkehrmöglichkeiten: Landhotel Berggaststätte Bickenriede, Lengefelder Warte, Gemeindeschenke Zella (Wochenende), Gaststätte „Zum Flachstal“ (Reiser)
  • Für Kinder ist die Tour bedingt geeignet, wenn genügend Pausen gemacht werden. In vielen Orten, wie in Horsmar gibt es Spielplätze direkt an der Strecke.
  • Wer die Tour variieren möchte, kann von Kloster Anrode aus Richtung Küllstedter Bahnhof fahren, auf den Kanonenbahnradweg nach Dingelstädt und auf dem Unstrutradweg nach Ammern zurück. Etwa 20 Kilometer mehr sind einzuplanen. Außerdem besteht die Möglichkeit, die ehemalige freie Reichsstadt Mühlhausen mit ihren Kirchen und Kulturangeboten vor oder nach der Tour zu besuchen.

Alle bisher erschienenen Teile der Serie "Radurlaub daheim" finden Sie hier