Guten Morgen Unstrut-Hainich

Riesenberge von Freude

Klaus Wuggazer braucht 2021 viel Feierzeit

Klaus Wuggazer

Klaus Wuggazer

Foto: Daniel Volkmann

Der Volksmund möchte uns glauben machen, Vorfreude sei die schönste Freude. So was denken sich – wie manch andere, moralisch aufgeladene Sprüche – vor allem Eltern aus, hier offensichtlich, um die Ungeduld ihres Nachwuchses zu bremsen. Denn eigentlich weiß jeder, dass Freude die schönste Freude ist und nicht ihr Vorspiel. Aber was, wenn es wirklich so wäre?

Dann ist die Freude in meinem Freundeskreis, in der Familie und bei mir selbst momentan auf einem Höchstpunkt angelangt, dank Vorfreude in bislang ungeahnten Ausmaßen. Diverse Festivitäten, die sich in meinem persönlichen Umfeld (wie sich das anhört!) sonst immer gegen Jahresende massieren, wurden coronatechnisch vertagt ins nächste Jahr. Stets mit dem Vorsatz, dann aber Geburtstage, Jubiläen und Ehemaligentreffen mindestens doppelt so heftig zu begehen, um das Jahresgesamtfestkarma wieder ins Lot zu bringen.

Das wirft planerische Probleme auf. Denn statt einem Wochenende müssen dann zwei je Großereignis vorgesehen werden. Vielleicht gewähren uns die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten dafür Sonderurlaub. Wir alle müssen nun im Gegenzug strenge Corona-Disziplin halten, um das nicht zu gefährden. In Vorfreude schwelgen ist zum Glück kein Risikoverhalten.