Stefan Schuchardt leitet Museen in Bad Langensalza

Klaus Wuggazer
| Lesedauer: 3 Minuten
Stefan Schuchardt ist neuer Leiter des Stadtmuseums und des Apothekenmuseums in Bad Langensalza. Der Kreuzgang des ehemaligen Augustinerklosters ist einer seiner Lieblingsorte.

Stefan Schuchardt ist neuer Leiter des Stadtmuseums und des Apothekenmuseums in Bad Langensalza. Der Kreuzgang des ehemaligen Augustinerklosters ist einer seiner Lieblingsorte.

Foto: Klaus Wuggazer

Bad Langensalza.  Der vielseitig qualifizierte Nägelstedter kehrt in seine alte Heimat zurück und hat mit dem Stadt- und Apothekenmuseum einiges vor.

Von Nägelstedt in die weite Welt und wieder zurück: Stefan Schuchardt ist der neue Leiter des Stadt- und des Apothekenmuseums in Bad Langensalza. Der 33-jährige konnte bei der Auswahl mit seiner vielseitigen Qualifikation punkten.

Kunst, Geschichte, Museumspädagogik, Finanzen, Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungsorganisation, digitale Projekte, Kultur im ländlicher Raum, Nähe zur Region – all diese Stichworte fallen, wenn Stefan Schuchardt seinen Werdegang schildert. Er stammt aus Nägelstedt, machte sein Abi am Salza-Gymnasium, studierte in Jena und Erfurt Geschichte und Religionswissenschaften. Seine Masterarbeit dreht sich um die mittelalterliche jüdische Gemeinde in Mühlhausen.

Er arbeitete in der alten Synagoge in Erfurt und ging dann nach Bremen. Dort volontierte er im Overbeck-Museum, das sich um den Maler der berühmten Künstlerkolonie Worpswede dreht – und entwickelte eine Museums-App für Kinder aus sozialen Brennpunkten. Ab 2019 arbeitete er in Eisfeld für ein Projekt, das die Kultur im ländlichen Raum stärken soll.

Die Verbindung in die alte Heimat habe er immer gehalten, sagt Schuchardt. So habe er weiter in Herbselben Tischtennis gespielt. „Ich mag Nägelstedt und die Region, Bad Langensalza hat sich schön entwickelt“, deshalb kehre er gerne hierher zurück. Für Bürgermeister Matthias Reinz (parteilos) und die an der Bewerberauswahl im Rathaus Beteiligten gab all dies den Ausschlag: „Er bringt viel Erfahrung mit und ist für die Stelle wie gemacht, waren wir uns alle einig“, sagte Reinz. Nun arbeitet sich Schuchardt in die beiden Häuser und sein kleines Team ein.

Köhler-Kreuz soll ab Mitte 2022 einen festen Platz im Stadtmuseum erhalten

Beide Museen sind aus seiner Sicht gut aufgestellt. Das Apothekenmuseum sei ein Kleinod, das viel Unterstützung auch von außerhalb erfahre. Und das Stadtmuseum wurde erst kürzlich nach jahrelanger Schließung wiedereröffnet, mit baulichen Verbesserungen, neuem Konzept und einer veränderten Dauerausstellung. Schuchardt sieht deshalb vorerst keinen grundlegenden Handlungsbedarf. Das Museumskonzept weiterzuentwickeln sei aber auch eine seiner Aufgaben.

Ein großes Projekt steht dennoch an: Das prunkvolle Köhler-Kreuz aus der Bergkirche, das ans Grüne Gewölbe in Dresden ausgeliehen wurde und bis Oktober restauriert wird, soll ab Mitte 2022 im Stadtmuseum einen festen Platz erhalten. „Das ist ein Highlight, mit dem wir uns von anderen Museen abheben“, sagt der neue Museumschef. Es könne neben der Dokumentation zur Schlacht bei Bad Langensalza 1866 ein zweiter Höhepunkt im Haus werden.

Er wolle insgesamt mehr Leben in die Häuser holen, mit Veranstaltungen und mit Sonderausstellungen, so Schuchardt. Die Museen hätten einen großen Fundus, unter anderem zur Industriegeschichte der Stadt. Er wolle rund um solche Schätze im Depot regelmäßig Sonderschauen anbieten. Auch die Bürger und ihre Ideen und Wünsche will er dabei einbeziehen. Das könnte auch mehr heimische Besucher anlocken, die die Dauerausstellung schon kennen.

Die Museumspädagogik, Angebote für Kinder, müsse neu und systematischer als bisher aufgebaut werden, so Schuchardt. Ebenso müsse die Digitalisierung des Bestandes und des Museums an sich deutlich vorangebracht werden. Das sei aber auch abhängig von Personal und Finanzen.

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