Über eine Million Euro für neue Wasserleitung bei Mühlhausen

Mühlhausen.  Im Gebiet der künftigen Ortsumfahrung Mühlhausen befinden sich gleich mehrere wichtige Versorgungsleitungen, die weichen müssen.

Polier Norbert Diete und Matthias Apel (rechts), Werkleiter des Zweckverbandes Trinkwasser Mühlhausen und Unstruttal, an der Baustelle am Abzweig Dachrieden.

Polier Norbert Diete und Matthias Apel (rechts), Werkleiter des Zweckverbandes Trinkwasser Mühlhausen und Unstruttal, an der Baustelle am Abzweig Dachrieden.

Foto: Alexander Volkmann

Wegen des Baus der künftigen Ortsumfahrung Mühlhausen sind neben der Verlegung der Gasleitungen und der Erhöhung der Strommasten auch Veränderungen im Trinkwassernetz nötig. Die jetzigen Kreuzungsbereiche der B 247 an den Abfahrten Dachrieden und Lengefeld werden mit der Anbindung an die neue Ortsumfahrung großflächig ausgebaut. Doch in diesem Gebiet befinden sich gleich mehrere wichtige Versorgungsleitungen, die etwa 15.000 Einwohner in Ammern und weite Teile Mühlhausens mit Trinkwasser versorgen.

800 Meter neue Wasserrohre

Rohre aus vier Tiefbrunnen füllen den Hochwasserbehälter Ammern kurz vor Dachrieden mit Trinkwasser. Von dort führt eine Versorgungsleitung in Richtung Stadt. „Wir sind von der Deges aufgefordert worden, Baufreiheit zu schaffen“, sagt der Werkleiter des Zweckverbandes Trinkwasser Mühlhausen und Unstruttal, Matthias Apel. Alle Rohre werden deshalb in diesem Bereich verlegt, die alten Leitungen werden mit den Bauarbeiten für die neue Straße verschwinden.

Bereits im September hatte der Verband mit den Arbeiten begonnen. 800 Meter neue Wasserrohre wurden nördlich der alten Trasse in der Erde verlegt. Geplant wurden die Arbeiten vom Mühlhäuser Ingenieurbüro Rother und Partner, die Universalbau GmbH ist mit den Bauarbeiten beauftragt, deren erster Abschnitt jetzt fertig ist. Was noch fehlt, sind neue Rohre von zwei Brunnen in der Nähe von Lengefeld zum Hochbehälter. Sie sollen im kommenden Jahr gebaut werden. Danach werden die Leitungen an das bisherige Netz angebunden. Zeitdruck besteht nicht. Erst 2021 soll Baubeginn für die Umfahrung sein. Ganz verhindern lässt sich ein Queren der Umgehungsstraße dennoch nicht. Auf 110 Meter Länge wurde hier ein Schutzrohr unter der künftigen Trasse verlegt.

Trinkwasserzweckverband zahlt 30 Prozent Eigenanteil

Die Kosten für die Baumaßnahme bei Ammern belaufen sich auf etwa eine Million Euro. Die Summe trägt nicht allein der Bund als Bauherr der Ortsumfahrung. Mit 30 Prozent Eigenanteil ist der hiesige Trinkwasserzweckverband dabei, erklärt Matthias Apel. Dafür gebe es eine spezielle Berechnungsformel. Die Begründung für den Eigenanteil von etwa 300.000 Euro ist, dass die in den 1970er Jahren verlegte Leitung mit der Maßnahme modernisiert werde und damit länger halte als die alte. Abgeschrieben ist eine Trinkwasserleitung im Schnitt nach 40 bis 50 Jahren. Doch eigentlich hält sie länger, nicht selten über 100 Jahre. Mit verlegt werden parallel auch Strom- und Steuerkabel für die Technik in den Brunnen und dem Hochbehälter.

Eine kleinere Baumaßnahme zwischen Mühlhausen und Schröterode ist bereits abgeschlossen. Dort wurde eine 500 Meter lange Trinkwasserleitung in acht Meter Tiefe unter einer Obstplantage verlegt – im sogenannten Spülbohrverfahren. Die Kosten hierfür belaufen sich auf 170.000 Euro, wovon der Zweckverband 30.000 Euro selbst tragen muss.

Trinkwasserpreise bleiben stabil

Steigen die Preise durch den Eigenanteil der Investition? Dieses und kommendes Jahr sollen die Trinkwasserpreise stabil bleiben, erklärt Apel. Die Investitionen hätten keinen direkten Einfluss auf die Wasserpreise. Finanziert würden die Baumaßnahmen aus der Abschreibung des Anlagevermögens und über Kredite. Auch diese hätten, wegen der günstigen Zinssätze, keinen Einfluss auf den Wasserpreis.

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