Unstrut-Hainich-Kreis: Biotonne soll 2023 kommen

Landkreis.  Kreis verschiebt trotz Gesetz das Thema seit Jahren.

Die Biotonne soll 2023 im Unstrut-Hainich-Kreis eingeführt werden.

Die Biotonne soll 2023 im Unstrut-Hainich-Kreis eingeführt werden.

Foto: Sylvia Eigenrauch / OTZ

Auf 2023 verschoben ist die Einführung der Biotonne im Unstrut-Hainich-Kreis. Das sagte Landrat Harald Zanker (SPD) auf Anfrage unserer Zeitung. Im Frühjahr soll der Kreistag dafür endgültig die Weichen stellen.

Das Thema feiert bald Jubiläum: Vor kapp 20 Jahren begann im Unstrut-Hainich-Kreis die Debatte über die flächendeckende Einführung einer Extra-Mülltonne für kompostierbare Abfälle. Umgesetzt ist das Vorhaben bis heute nicht. Dabei ist die getrennte Entsorgung solcher Abfälle seit 2015 bundesweit Pflicht. 2018 endete die letzte Übergangsfrist.

Das Landesverwaltungsamt mahnte schon im Sommer 2018 Landrat und Kreistag, endlich ihrer Pflicht nachzukommen und das Gesetz umzusetzen. Sonst drohe die Zwangseinführung durch das Land. Doch die Entscheidung wurde immer wieder aufgeschoben. Grund: Die Angst vor höheren Gebühren und angeblich mangelnder Bedarf. Dabei stellte der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) im März fest, dass fast die Hälfte des Restmülls in den Tonnen des Kreises eigentlich auf den Kompost oder in eine Biotonne gehört.

Nun sei der AWB so weit, sagte Zanker, auch eine Kalkulation liege vor. Im März soll die nötige Änderung der Abfallsatzung erneut in den Kreistag kommen.

Er strebe Freiwilligkeit an, so der Landrat. Die Tonne bekomme demnach nur, wer sie will oder braucht, weil er nicht selbst kompostiert. Ab April 2021 sollen die Vorbereitungen starten – Abfragen bei den Bürgern, Ausschreibungen – dann folgen Behälterverteilung und die Einsatzplanung. Der 1. Januar 2023 sei offizieller Starttermin.