Unstrut-Hainich-Kreis soll grüner werden

Unstrut-Hainich-Kreis.  Von Pflanzaktionen und einem Biotop-Verbund über Medizin-Aspekte bis zu Schulgärten und -höfen reicht ein Grün-Projekt, des Kreises.

Landschaftsarchitektin Dagmar Kleemann sowie Theresa Menge, Landrat Harald Zanker und Katrin Vogler (von links) vom Kreis stellten das Projekt "Herzlich Grün" vor. 

Landschaftsarchitektin Dagmar Kleemann sowie Theresa Menge, Landrat Harald Zanker und Katrin Vogler (von links) vom Kreis stellten das Projekt "Herzlich Grün" vor. 

Foto: Klaus Wuggazer

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Fünf Dörfer beteiligen sich bislang an dem Grün-Projekt des Kreises, das mittlerweile unter dem Titel „Herzlich grün – Lebensvielfalt zwischen Unstrut und Hainich“ firmiert. Die ursprüngliche Idee, im Kreis mehr grüne Inseln zu schaffen und gleichzeitig die Themen Natur und Medizin zu verbinden, hat konkrete Züge angenommen.

Alles begann, als der Landkreis 2017 Mitglied der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft (DGG) wurde und Landrat Harald Zanker (SPD) in den Beirat gewählt wurde. Seitdem herrsche ein reger Austausch zwischen führenden DGG-Vertretern und dem Kreis, sagte Zanker. Mittlerweile ist das Thema, ähnlich wie der „Kinderfreundliche Landkreis“, ein fester, bei ihm angebundener Arbeitsbereich. Zuständig ist seine Mitarbeiterin Theresa Menge.

In Sachen Biotope hat sich nach einem Aufruf des Landrats im Juni einiges getan: Neben den seit langem stattfindenen Pflanzungen der Bäume des Jahres unterstützte der Kreis zuletzt in Neunheilingen die Pflanzung von 50 Bäumen. Und nach einem Aufruf meldeten sich die Bad Langensalzaer Ortsteile Grumbach Großwelsbach, Klettstedt und Merxleben sowie der Schönstedter Ortsteil Alterstedt mit eigenen Ideen.

Mit Hilfe des Kreises erarbeitete dann die Bad Langensalzaer Landschaftsarchitektin Dagmar Kleemann Skizzen für diese Vorhaben. Sie beschreiben den Zustand der Flächen, das Vorhaben samt Zeitplan – beispielsweise für die Umgestaltung von Grünflächen oder Neupflanzungen –, die Kosten und die Pflege. Für deren Übernahme müssen sich die Orte längerfristig vertraglich verpflichten. Kleemann, die auch SPD-Stadträtin und Kreistagsmitglied ist, habe die bezahlten Aufträge ordnungsgemäß nach einer Ausschreibung bekommen, sagte der Landrat auf Nachfrage. Sie engagiere sich aber als DGG-Mitglied auch ehrenamtlich für das „Herzlich grün“-Projekt.

500.000 Euro stehen zur Verfügung

Finanziert werden die Projektskizzen und die Pflanzungen zunächst aus einem Topf für Ausgleichsmaßnahmen, wie sie für größere Bauvorhaben vorgeschrieben sind. Auch Fördermittel sollen künftig erschlossen werden. 500.000 Euro stehen dafür bis 2023 zur Verfügung, sagte Zanker: Finanziert werden sie von einem heimischen Unternehmen, dass die Zahlung vertraglich zusicherte, obwohl es für eine geplante Erweiterung noch keine Baugenehmigung habe und damit noch nicht zum Ausgleich verpflichtet wäre.

50.000 Euro sollen noch diesem Jahr ausgegeben werden. Ziel sei unter anderem, weitere „Bürgerpark“-Initiativen zu finden, die Flächen bepflanzen und pflegen. Eine größere Pflanzung solle noch dieses Jahr stattfinden, sagte Zanker. Am Ende soll ein Biotop-Verbund zwischen Unstrut und Hainich entstehen.

Zweite Säule von „Herzlich Grün“ ist das Thema „Mensch und Medizin“, das auch die DGG zunehmend auf der Agenda hat. So werden Studierende der Beuth-Hochschule in Berlin Pläne für eine neue Nutzung des leerstehenden Bahnhofs in Bad Langensalza entwerfen, der zum Vital-Bahnhof werden könnte. Auch die Bedeutung von Gärten an den Standorten des Hufeland-Klinikums soll per Umfrage ergründet werden.

Dritte Säule des Projekts ist die Umweltbildung. Der Kreis kooperiere hierzu mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Schulgärten, die 2020 zu einem Arbeitstreffen in den Kreis kommt und 2021 ihren Bundeskongress in Mühlhausen plant. Zudem ist vorgesehen, heimische Agrarbetriebe als außerschulische Lernorte zu profilieren. An den Schulen des Kreises soll das Gärtnern künftig Thema der Ausbildung und Berufsorientierung sein. Nach der Sonnenhofschule in Bad Langensalza und der Schule in Menteroda sollen weitere Schulhöfe grüner werden – zum Beispiel 2020 den in Oberdorla.

Ziel des langfristigen Prozesses sei nicht nur, das grüne Thema im Landkreis voranzubringen:, Wir sind bei vielem nur die Impulsgeber“, verdeutlichte, Theresa Menge. Dahinter stecke auch die langfristige Philosophie, die Identifikation der Menschen alle Generationen mit ihrer Region zu fördern, sagte Harald Zanker. Man suche nun aktive Partner und Sponsoren, um das Projekt weiter auszubauen.

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