Widerstand gegen Verkaufspläne für Klostergelände in Mittelsömmern

Sabine Spitzer
Mittelsömmern aus der Vogelperspektive. Dem Ort gehört auch ein Bodendenkmal, das früher Teil des Klosters Nauendorf war.

Mittelsömmern aus der Vogelperspektive. Dem Ort gehört auch ein Bodendenkmal, das früher Teil des Klosters Nauendorf war.

Foto: Marco Kneise / Archiv

Mittelsömmern.  In Mittelsömmern schlagen die Wogen hoch. Es geht um den geplanten Verkauf des Klosters Nauendorf, das für den Ort von historischer Bedeutung ist.

Wegen des Klosters Nauendorf schlagen derzeit in Mittelsömmern die Wogen hoch. Weil das Bodendenkmal verkauft werden sollte, formierte sich im Ort Protest. Deshalb wurde eine Debatte dazu am Mittwochabend zusätzlich auf die Tagesordnung in der Gemeinderatssitzung gesetzt.

Der Klosterhof „Nauendorf“ gehörte einst zum Benediktinerkloster Gerode im Eichsfeld. 1148 wurde dieser unter der Schreibweise „Nawendorp“ erstmals urkundlich erwähnt. 1556 kaufte die Gemeinde Mittelsömmern Land vom Klosterhof. Das Areal, das sich inzwischen in einem waldnahen Zustand befindet, ist heute ein archäologisches Denkmal. Auch ein historischer Birnbaum gehört dazu.

Emotionale Debatte in Gemeinderatssitzung

Ein Mitglied des Gemeinderats hatte jetzt ein Verkaufsangebot vorgelegt. Nachdem das im Ort durchgesickert war, regte sich Widerstand, der sich am Mittwoch in einer emotionalen Diskussion entlud. Denn im nichtöffentlichen Teil der Sitzung war der Verkauf geplant.

Bürgermeister Thomas Drengenburg (parteilos) sagte, die Gemeinde könne die Pflege finanziell nicht stemmen. „Die Brisanz wurde nicht beachtet“, wies indes Harald Friedrich auf die historische Bedeutung hin. Der frühere Bürgermeister Lutz Kalmus störte sich vor allem daran, dass bei einem Verkauf auch ein Feldweg veräußert worden wäre.

Ralf Marold reichte ein Angebot der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) „Großes Horn“ ein, die kostenlos die Pflege übernehmen und das Areal so erhalten wollen. Die FBG besteht aus 80 Waldbesitzern, denen Grundstücke des ehemaligen Naundorfschen Waldes gehören.

Laut Drengenburg soll der Vorschlag nun geprüft werden. Der Punkt zum geplanten Verkauf wurde später im nicht öffentlichen Teil von der Tagesordnung genommen.