Neue Wohnungen: Bau auf Gelände der ehemaligen Diedorfer Strumpffabrik

Diedorf.  Grundsteinlegung für Millionenprojekt im ländlichen Raum. Auch Kindergarten Gastronomie und medizinisches Versorgungszentrum geplant

Zum Spatenstich für die Revitalisierung des Areals der Strumpffabrik Diedorf kamen (von links) Projektleiter Erich Petke, Landrat Harald Zanker, Investor Heiko Tierling, Ministerpräsident Bodo Ramelow, Sabine Wosche (LEG)  und Bürgermeister Andreas Henning.

Zum Spatenstich für die Revitalisierung des Areals der Strumpffabrik Diedorf kamen (von links) Projektleiter Erich Petke, Landrat Harald Zanker, Investor Heiko Tierling, Ministerpräsident Bodo Ramelow, Sabine Wosche (LEG) und Bürgermeister Andreas Henning.

Foto: Alexander Volkmann

Bis Ende kommenden Jahres entstehen auf dem traditionsreichen Gelände der früheren Esda-Strumpffabrik in Diedorf 14 neue Wohnungen. Der ehemalige Kantinensaal wird denkmalgerecht saniert. Die Industriebrache soll wiederbelebt werden. Für den ersten Bauabschnitt eines Millionenprojektes im ländlichen Raum war am Mittwoch Spatenstich.

„Wir brauchen mehr Mutmacher und Mitmacher“, sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) mit Blick auf Investor Heiko Tierling. Mit seinen Pflegeeinrichtungen und 160 Mitarbeitern gehört er zu den größten Arbeitgebern der Region, will das Gelände umgestalten.

Wohnraum für Fachkräfte aus dem Gesundheitsbereich

Zwei Jahre intensiver Vorbereitung waren damit verbunden. Bereits 2015 hatte er das Areal erworben. Unterstützung erhielt er von Landrat Harald Zanker (SPD) und Südeichsfeld-Bürgermeister Andreas Henning (parteilos), die den Kontakt zur Staatskanzlei vermittelten, die wiederum die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) mit ins Boot holte.

Mit dem Neubau will Tierling auch Wohnraum für Fachkräfte aus dem Gesundheitsbereich schaffen. Weitere Vorhaben sind bereits geplant. Die Projektentwicklungsgruppe, bestehend aus Investor, LEG und dem Architekturbüro Göbel aus Mühlhausen, will in den kommenden Jahren Gastronomie, Schulungsräume und einen zweiten Kindergarten für Diedorf sowie ein medizinisches Versorgungszentrum errichten.

Museum soll auf dem Gelände ebenfalls eingerichtet werden

Die Geschichte der 2008 endgültig eingestellten, über 100-jährigen Strumpfproduktion soll weitererzählt werden – in einem Museum, das auf dem Gelände ebenfalls eingerichtet werden soll.

Durch die Nachnutzung werde das Ortsbild Diedorfs aufgewertet und die Daseinsvorsorge im ländlichen Raum gestärkt, begründet die LEG ihre Unterstützung. Für Tierling war ein langes und zähes Ringen mit Banken und Fördermittelgebern. Der Investor habe sie schon bei ihrem ersten Besuch mit dem Projekt angesteckt, sagte LEG-Chefin Sabine Wosche. Angesichts gestiegener Baukosten gelinge es jedoch kaum mehr, kostendeckend Wohnraum im ländlichen Raum zu bauen.