15 Jahre durchgeboxt

Der Boxverein Weimar feiert 15-jähriges Bestehen - mit positiver Bilanz. Die Thüringenmeister sind ungezählt.

Mit drei Jungen stieg Savina Sennewald (2.v.l.) zum Sparring beim Vereinsgeburtstag in den Ring. Besonders von Toni Schneider (links) schaut sie sich viel ab.

Mit drei Jungen stieg Savina Sennewald (2.v.l.) zum Sparring beim Vereinsgeburtstag in den Ring. Besonders von Toni Schneider (links) schaut sie sich viel ab.

Foto: Michael Baar

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Weimar. Die Liste der Gäste konnte sich sehen lassen. Doch im Blickpunkt stand schon bald ein Mädchen, als der Boxverein Weimar in dieser Woche zu seinem 15-jährigen Bestehen einlud. Savina Sennewald (12) gehörte zu den jungen Sportlern, die Trainer Thomas Elke für das Sparring zu Demonstrationszwecken ausgewählt hatte.

Als der Verein im November 2004 gegründet wurde, da war Savina noch nicht einmal geboren. Seit vier Jahren trainiert die Humboldtgymnasiastin beim BV Weimar und hat sich durchgeboxt. Nicht etwa Opa Peter gab den Ausschlag, dass sie beim Boxverein landete. Dabei hat er früher auch geboxt. Als sich der Verein in der Schule vorstellte, fand Savina das Boxen interessant und hat es ausprobiert.

Bis dahin probierte sie sich im Reiten und beim Ballett. „Mädchenzeugs eben“, sagt die Zwölfjährige. Ihre Mutter musste sie ebenso überzeugen wie Thomas Elke. Als Savina kam, gab es keine Mädchen in seiner Trainingsgruppe. Zum Vereinsgeburtstag bescheinigte ihr Thomas Elke gute Chancen auf sportlichen Erfolg.

Immer wieder schaffen es Sportler im BV Weimar zu solchen jungen Karrieren. Nicht für alle ist der sportliche Erfolg das Wichtigste. Vom ersten Tag an hält sie der Verein zu Regeln im gegenseitigen Umgang an, sucht Kontakt zu Schule und Eltern. Das war schon in den Kellerräumen des Fallerslebengymnasiums so, wo der Verein gegründet wurde.

Auch vor 15 Jahren konnte der Boxsport in Weimar schon auf eine Tradition verweisen. Deshalb gratulierte OB Peter Kleine vorsichtshalber zum 15. und zum 72. Geburtstag und bezog die Zeit der BSG Motor ein. Zwei Jahre nach der Gründung 2004 zog der Verein in das alte Trafohaus in der Moskauer Straße – und baute das verfallene Gebäude aus und um. Dafür gab es Geld aus dem Bundesprogramm „Soziale Stadt“ und aus dem Stadt-Haushalt, Unterstützung durch Wohnstätte und Stadtwerke, aber auch erhebliche Eigenmittel und Eigenleistung.

Das hat den Verein lange stark in Anspruch genommen, erinnerte Präsident Peter Krause. Aus 25 Mitgliedern vor 15 Jahren sind 186 geworden. Im Wettkampfsport trainieren 60 Kinder und Jugendliche. 30 Kinder werden herangeführt. Die Freizeitgruppen in Weimar-West und Schöndorf zählen noch einmal so viele Mitglieder. Denn neben der Boxhalle unterhält der Verein Stützpunkte in der Waldstadt und in Blankenhain.

Die Thüringenmeister sind inzwischen ungezählt. Doch auch Deutsche Meister sind es einige. Ebenso stolz ist der BV Weimar auf sein soziales Engagement und die integrative Arbeit im Sozialraum Weimar-West, Nord und Schöndorf. Die Haar-Stiftung, das Jobcenter und die Schulen sind dabei wichtige Partner. Längst ist der Verein an der Kapazitätsgrenze.

Savinas Mutter sah ihre Tochter vor ein paar Wochen beim Sparkassen-Cup erstmals im Ring. Sie staunte wohl ebenso über die Tochter wie Schulleiterin Anne Mohr vom Humboldtgymnasium. „Ich wollte, dass Mutti erst kommt, wenn ich auch was kann“, sagt Savina. Wenn sie Jungen von ihrem Sport erzählt, dann glauben die es zunächst nicht, „und dann geht die Kinnlade runter“, erzählt sie. Dabei kann sie bereits auf Deutsche Meistertitel verweisen: im Wasserski, das sie an der Hohenwarte betreibt.

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