Aus für Weimars Weihnachtsmarkt

Michael Baar
| Lesedauer: 2 Minuten
Auch die schlechte Nachricht überbringen Peter Kleine (mit Mikrofon) und Bürgermeister Ralf Kirsten selbst. Der OB hatte die Markthändler an die Eisbahn gebeten, um ihnen die weisungsgemäße Schließung des Marktes mitzuteilen.

Auch die schlechte Nachricht überbringen Peter Kleine (mit Mikrofon) und Bürgermeister Ralf Kirsten selbst. Der OB hatte die Markthändler an die Eisbahn gebeten, um ihnen die weisungsgemäße Schließung des Marktes mitzuteilen.

Foto: Michael Baar

Weimar.  Freistaat weist Weimar schriftlich zur Schließung an. Nur die Eisbahn kann bleiben.

Zwei Mal kam die schriftliche Weisung. Der Freistaat wollte auf Nummer sicher gehen: Die Weimarer Weihnacht ist zu schließen! Als Oberbürgermeister Peter Kleine diese Botschaft am Mittwochnachmittag weitergab, da war es ganz still auf dem Plateau an der Eisbahn. Dorthin hatte das Stadtoberhaupt die Markthändler gebeten, um ihnen die schlechte Nachricht selbst zu überbringen.

Spätestens 18 Uhr sollten die weihnachtlichen Stände geschlossen und zeitnah abgebaut werden. Vorbereitende Arbeiten zum Abbau seien eingeleitet worden, teilte die Stadtverwaltung später mit. Es müsse allerdings niemand damit rechnen, dass man sie jetzt künstlich zur Eile drängt. Auch der Sicherheitsdienst für den Weihnachtsmarkt werde seine Arbeit nicht gleich einstellen.

„Die Absage der Weimarer Weihnacht ist bitter – insbesondere für die Händlerinnen und Händler, die in einer großartigen Kooperationsbereitschaft viele zusätzliche Mühen und Einschränkungen auf sich genommen haben“, sagte Peter Kleine. „Seit Oktober haben wir auf eine Entscheidung aus Erfurt zu den Weihnachtsmärkten gewartet. Noch Anfang vergangener Woche hieß es, unter 2G-Bedingungen sei alles möglich.“

Die kurzfristige Weisung des Freistaates nennt Peter Kleine eine Ohrfeige und Beweis dafür, dass die aktuelle Politik der Landesregierung „verlässliche Geradlinigkeit deutlich vermissen lässt“. Das koste auch bei notwendigen Maßnahmen Akzeptanz der Bürger. „Ich erwarte aufgrund der Kurzfristigkeit der Entscheidung, dass das Land zumindest die ökonomischen Schäden der Händlerschaft übernimmt oder diese unterstützt.“

Die Stadt Weimar beabsichtigt, die neuen widersprüchlichen Regelungen des Landes einer rechtlichen Prüfung zu unterziehen. Im Zweifel lasse man das auch gerichtlich klären. Gegenüber der Händlerschaft machte Kleine allerdings klar, dass das Ergebnis allein vom zeitlichen Ablauf her keinen Einfluss mehr auf den Weihnachtsmarkt haben kann.

Vom ursprünglichen Weihnachtsmarkt bleiben der Weihnachtsbaum und die Eisbahn auf dem Theaterplatz. Sie gilt nach dem Kabinettsbeschluss als öffentliche Veranstaltung unter freiem Himmel. Deshalb gelten unter anderem 2G-Regel, Maskenpflicht (ab 6 Jahren) und Mindestabstand von 1,5 Metern. Glühwein oder andere alkoholische Getränke werden allerdings nicht mehr ausgeschenkt.

Weimars Fremdenverkehrsverein bedankte sich ausdrücklich für den Einsatz der Verwaltung. Das neuerliche Verbot und die über 2G hinausgehenden Maßnahmen sieht der Branchenvertreter als Lockdown durch die Hintertür. Es bedrohe erneut die Tourismusbranche.