Baum zur Weimarer Weihnacht steht auf dem Markt

Weimar.  Auch die Geburtsstätte des öffentlichen Weihnachtsbaums in Deutschland, der Markt in Weimar, hat ihren vorweihnachtlichen Schmuck

Auf dem Marktplatz nahmen Karl-Heinz und Dorothea Schneider endgültig Abschied von ihrer Rotfichte.

Auf dem Marktplatz nahmen Karl-Heinz und Dorothea Schneider endgültig Abschied von ihrer Rotfichte.

Foto: Michael Baar

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Auf dem Markt in Weimar steht seit Freitagnachmittag eine 16 Meter hohe Fichte. Sie wurde am Vormittag auf dem Grundstück von Dorothea und Karl-Heinz Schneider am Martin-Klauer-Weg von der Firma Tannen-Wulf geschlagen. Lars Radzik sorgte mit seiner Firma BauTraLog wie in den Vorjahren für den sicheren Transport. An der Geburtsstätte des öffentlichen Weihnachtsbaums in Deutschland der Baum das Schmuckstück des Weihnachtsmarktes werden.

Eine ganze Reihe Schaulustiger hatte sich vor dem verhüllten Rathaus eingefunden, als der Baum am Nachmittag am Haken eines Mobilkrans einschwebte. Auch das Ehepaar Schneider machte noch ein Erinnerungsfoto. „Wir nehmen noch mal Abschied“, sagt Karl-Heinz Schneider. „Der Baum war sozusagen ein Familienmitglied.“ Vor 36 Jahren hatte ihn Dorothea Schneider auf dem Grundstück nahe dem Webicht gepflanzt. „Bei uns hab ich den grünen Daumen“, verrät sie.

Der Baum, der jetzt Weimars Marktplatz schmückt, war vor ein paar Jahren sogar von der Fichtenlaus befallen, hatte sich aber wieder erholt. „Noch einmal will ich das aber nicht mitmachen. Da muss anderes Grün her“, gewährt die Frau Einblick in ihr Motiv zur Fällung.

Ein Geschenk an die Stadt

Die Schneiders hatten die Kreuzung zwischen Blau- und Rotfichte der Stadt als Geschenk angeboten. Marktmeister Steffen Heine lagen sechs weitere solcher Angebote vor. „Wir haben uns alle angesehen“, erläutert er. Den Ausschlag gab am Ende sowohl die Ästhetik als auch die Logistik. „Der Baum muss nicht nur das richtige Aussehen und die richtige Größe für seine letzte Aufgabe haben, er muss auch für Kran und Tieflader erreichbar sein.“

204 Jahre Tradition

Der öffentliche Baum auf dem Markt hat inzwischen 204 Jahre Tradition. Im Jahr 1815 überraschte der Hofbuchhändler Johann Wilhelm Hoffmann die Stadt mit dem ersten öffentlichen Weihnachtsbaum. Nach der Überlieferung wollte er so seinen Wohlstand mit anderen teilen. Denn längst nicht alle konnten sich damals eine Tanne in der Stube leisten.

Lichterschmuck folgt

Anfang der kommenden Woche bekommt der Baum seinen Lichterschmuck durch die von den Stadtwerken Weimar gesponserte Lichterkette aus LED-Leuchten. Eine Weimarer Elektrofirma wird dabei von der Berufsfeuerwehr unterstützt. Auf dem Herderplatz wird Montag gegen 14 Uhr eine 8 Meter hohe Nordmanntanne aufgestellt.


Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Kommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.