Breitband-Ausbau rund um Kranichfeld startet in wenigen Wochen

Kranichfeld  Vertrag zwischen der Verwaltungsgemeinschaft und der Netkom steht. Das Gros der Kosten von gut 4,5 Millionen Euro übernehmen Bund und Land

Hendrik Westendorff von der Netkom (rechts) und der VG-Vorsitzende Fred Menge unterschrieben im Saal der Niederburg den Breitband-Vertrag.

Hendrik Westendorff von der Netkom (rechts) und der VG-Vorsitzende Fred Menge unterschrieben im Saal der Niederburg den Breitband-Vertrag.

Foto: Michael Grübner

Kranichfeld. Der Vertrag ist unterschrieben, die Bauarbeiten starten im Frühjahr: 720 Haushalte, 92 Betriebe und drei Schulen im Gebiet der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Kranichfeld dürfen sich auf schnelles Internet freuen. Der VG-Vorsitzende Fred Menge und der Geschäftsführer des Teag-Tochterunternehmens Thüringer Netkom, Hendrik Westendorff, unterschrieben am Dienstagnachmittag die Vereinbarung zum Breitband-Ausbau. „Endlich. Fünf Jahre hat es gedauert“, sagte Menge erleichtert.

Das Projekt erfasst sämtliche Bereiche, in denen nicht mindestens eine Bandbreite von 30 Mbit pro Sekunde anliegt. In Kranichfeld bietet die Telekom in der Innenstadt sowie einigen Wohngebieten bereits schnelles Internet an. Die Netkom ist hier in den Ortsteilen Stedten/Ilm und Barchfeld bereits präsent, ebenso in Klettbach (bis auf das Gewerbegebiet) und dessen Ortsteil Schellroda. Die anderen Dörfer der VG zählen bisher zu den berüchtigten „weißen Flecken“ auf der Breitband-Landkarte: „Da gibt es Leitungen für 1 oder auch mal 2 MBit“, sagte am Dienstag der Breitband-Koordinator des Weimarer Landes, Danny Grolms. „Jetzt in der Corona-Zeit, wo mehr Menschen daheim sind, bleibt da an vielen Stellen nicht viel mehr als das alte ISDN-Niveau.“ Fred Menge kennt die Sorgen beispielsweise aus seiner Heimatgemeinde Tonndorf: „Homeoffice oder mal eine Videokonferenz ist dort noch Utopie.“

Die Netkom wird jetzt die Planungs- und Bauleistungen ausschreiben. In vier bis sechs Wochen, so Westendorff, werde es ein „Kick-off-Meeting“ mit den VG-Verantwortlichen geben, in dem man die Reihenfolge der Ausbau- und Anschlussarbeiten festlege. „Es gibt einige Straßenbau-Projekte für dieses Jahr, zum Beispiel in Hohenfelden und Tonndorf, mit denen man das Thema Breitband sinnvoll koppeln kann“, so Menge. „In einem dieser Orte wird es losgehen.“

Insgesamt sind mehr als 181 Kilometer Glasfaserleitungen neu zu verlegen, auf 44 Kilometern müssen dafür Gräben ausgeschachtet werden. 71 Kilometer Leerrohre will die Netkom in den Boden bringen. Auch entlegene Gehöfte, wie die bei Ausflüglern beliebten Gaststätten Riechheimer Berg oder die Stiefelburg, bekommen Glasfaser bis direkt ans Haus und damit Bandbreiten bis zu einem Gigabit pro Sekunde.

Der Anschluss erfolgt für die Nutzer kostenfrei, die Eigentümer müssen lediglich den Zugang zu ihren Grundstücken erlauben und im Anschluss einen entsprechenden Provider-Vertrag abschließen. Die Netkom investiert insgesamt 4,593 Millionen Euro in dieses Projekt. Rund 3,2 Millionen kommen als Fördermittel vom Bund, knapp 1,4 Millionen vom Land. Der Eigenanteil der VG liegt bei eher symbolischen 1379 Euro. Bis Ende 2023 muss das Projekt gemäß der Förderrichtlinien fertig und abgerechnet sein, die Netkom hofft jedoch, dass sie dieses Zeitfenster nicht ausreizen muss.

Aufmerksam hat Fred Menge zudem vor einigen Tagen die Berichte über die Inbetriebnahme von WLAN-Hotspots an zentralen Punkten von Bad Berka verfolgt. „Im Zuge des Ausbaus wäre es auch für uns attraktiv, solche Technik zu bekommen“, gab er den Netkom-Männern mit auf den Weg. „An viel frequentierten Orten wie dem Baumbachhaus, der Innenstadt und den Burgen könnte ich mir das zum Beispiel gut vorstellen.“