Der neue Blankenhainer Aldi-Markt nimmt weiter Gestalt an

Blankenhain.  Der Discounter am Südrand von Blankenhain soll ein ökologischer Musterbau werden und unter anderem seinen Strom selbst produzieren.

Aldi wagt in Blankenhain ein Experiment und setzt statt Stahlbeton erstmals überwiegend auf Holzelemente.

Aldi wagt in Blankenhain ein Experiment und setzt statt Stahlbeton erstmals überwiegend auf Holzelemente.

Foto: Stefan Eberhardt

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Holz statt Stahlbeton: Die Bauweise des künftigen Aldi-Marktes, der zurzeit am südlichen Ortsrand von Blankenhain entsteht, sorgt für Aufsehen. Großflächige Holzelemente, getragen von Stahlbetonstützen zieren derzeit die Fassade, massive Binder aus Holz stützen das zukünftige Dach aus Trapezblech. Das verwendete Nadelholz, fünfschichtig verleimt zu 12 Zentimeter starken Wandelementen, ist deutlich leichter als Beton, was auch beim Transport für eine Kohlendioxid-Einsparung sorgt.

Bei der Entwicklung des Konzepts haben die Architekten noch einen Schritt weitergedacht. „Die durchschnittliche Nutzungsdauer solcher Objekte liegt bei etwa 25 Jahren“, so Michael Kummer vom Planungsbüro Budszuhn und Kummer aus Erfurt.„Man könnte die großflächigen Holzelemente nach einer Demontage auch neu zurechtschneiden und für andere Projekte verwenden.“ Doch die Ideen, die in den Hybridbau eingeflossen sind und die Nachhaltigkeit unterstreichen sollen, reichen noch viel weiter. Wurden in den vergangenen Jahren klassische Lüftungsanlagen zum Beheizen eingesetzt, verrichtet im Blankenhainer Objekt zukünftig eine Industrieflächenheizung im Fußboden ihren Dienst. So können die zu beheizenden Flächen genau bestimmt und mit bedeutend weniger Energie beheizt werden. Betrieben wird die Anlage überwiegend mit der Abwärme der Kälteanlage ohne den Einsatz von fossiler Energie. Für die Stromversorgung ist eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach geplant – sie soll nicht nur den Bedarf des Gebäudes decken, sondern überschüssigen Strom ins Netz einspeisen.

Rund dreieinhalb Wochen dauerten die Holzbauarbeiten, bis das Dach geschlossen war. Aktuell läuft die Verglasung, zudem beginnt in diesem Monat der Innenausbau. Parallel sollen auch die Arbeiten am nebenstehenden, ehemaligen Toyota-Autohaus beginnen. Dieses wird vor dem Komplettumbau um zwei Felder zurückgebaut, so dass eine einheitliche Frontlinie mit dem neuen Aldi entsteht. Nach derzeitigem Planungsstand soll dieser im Juli 2020 eröffnen.

Der Neubau ersetzt den bisherigen Aldi-Standort in der August-Bebel-Straße. Der Umzug war nicht unumstritten: Auch im Stadtrat gab es kritische Stimmen, die sich um die Attraktivität der Innenstadt und weitere Wege für Senioren sorgten. Auch die Untere Naturschutzbehörde des Kreises hatte den Plänen in unmittelbarer Nähe zum Schwarza-Bachlauf nur mit Auflagen zugestimmt.

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