Fabelhafte Talente aus aller Welt wetteifern in Weimar

Weimar  Drei Fragen an Friedemann Eichhorn, Juryvorsitzender des 9. Internationalen Spohr-Wettbewerbs für junge Geiger

Juryvorsitzender Friedemann Eichhorn (3.v.l.) mit den Jurymitgliedern des Louis-Spohr-Wettbewerbs für junge Geiger an der Franz-Liszt-Hochschule Weimar.

Juryvorsitzender Friedemann Eichhorn (3.v.l.) mit den Jurymitgliedern des Louis-Spohr-Wettbewerbs für junge Geiger an der Franz-Liszt-Hochschule Weimar.

Foto: Maik Schuck

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Bereits am Samstag gab die Jury des 9. Internationalen Louis-Spohr-Wettbewerbs für junge Geiger bekannt, wer eine Runde weiter ist: Seit Sonntag spielen von 71 angereisten Teilnehmern aus allen Teilen der Welt insgesamt 30 in der zweiten Wertungsrunde im Festsaal Fürstenhaus der Weimarer Musikhochschule – darunter jeweils zehn Geiger der jüngsten Kategorie I (bis 14 Jahre), zehn in Kategorie II (bis 17 Jahre) und zehn in Kategorie III (bis 20 Jahre). Eine zehnköpfige, internationale Jury unter Vorsitz des Weimarer Violinprofessors Friedemann Eichhorn bewertet die gezeigten Leistungen und entscheidet, wer eine Runde weiterkommt. Wir sprachen mit dem Juryvorsitzenden.

Herr Eichhorn, was ist das Besondere am Spohr-Wettbewerb für junge Geiger?

Der Louis-Spohr-Wettbewerb hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten und größten Geigenwettbewerbe in dieser Altersklasse entwickelt. Und es ist wirklich fantastisch zu sehen, was für fabelhafte Talente aus der ganzen Welt sich hier in Weimar ein Stelldichein geben. Es haben sich über 150 junge Geigerinnen und Geiger mit Aufnahmen beworben, und eine Vorjury hat dann 75 Kandidatinnen und Kandidaten ausgewählt, die jetzt in Weimar in drei Live-Runden vor einer zehnköpfigen Jury vorspielen und ihr Können beweisen.

Wie hat sich der Wettbewerb auf die Karrieren ehemaliger Preisträger ausgewirkt?

Zunächst konnten wir einige schöne Konzerte mit Orchestern vermitteln: Hier sind wir vor allem den Thüringer Orchestern zu Dank verpflichtet, die mehrere Preisträger engagiert haben. Und es sind auch richtig tolle Karrieren entstanden, wie beispielsweise des jungen Geigers Stephen Waarts, der nach dem Spohr-Wettbewerb noch Preise unter anderem beim Brüsseler Reine-Elisabeth-Wettbewerb gewonnen hat und jetzt international erfolgreich ist; oder des jungen David Castro-Balbi, der dann in Weimar an der Hochschule studiert hat und eine hervorragende Karriere macht. Oder Hyeyoon Park, die als 15-Jährige in Weimar den 1. Preis gewann und kurz darauf den 1. Preis beim ARD-Wettbewerb. Der Spohr-Wettbewerb ist ein wirkliches Karrieresprungbrett.

Wie werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bewertet?

Wir haben drei Altersgruppen, die einzeln bewertet werden, und es werden die bei internationalen Wettbewerben üblichen Maßstäbe angelegt. Bewertet wird die künstlerische Ausstrahlung, die Texttreue, natürlich die technische Bewältigung der Werke. Sie können sich sicher vorstellen, dass nur ausgereifte Geigerpersönlichkeiten nach Weimar kommen, die wirklich im internationalen Vergleich bestehen können. Das Niveau, das hier immer wieder gezeigt wird, ist ganz unglaublich.

Die Wertungsrunden sind öffentlich: Heute, Dienstag, Fürstenhaus, 10 bis 12 Uhr und 15 bis 17.15 Uhr, zweite Runde; Morgen, Mittwoch, 20 Uhr, Musikgymnasium Schloss Belvedere, 3. Runde

Übertragung von Runde 2 und 3 im Live-Stream unter www.hfm-weimar.de

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