Familienfest rückt Weimars Museum wieder ins Blickfeld

Weimar  Mehrere Hundert Gäste besuchen das bedrohte Museum beim Familienfest am veranstaltungsreichen Wochenende

Historiengruppen zeigten beim Familienfest am Museum realistische Kleidung und Schmuck aus der Bronzezeit.

Historiengruppen zeigten beim Familienfest am Museum realistische Kleidung und Schmuck aus der Bronzezeit.

Foto: Maik Schuck

Das Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens gehört nach Weimar. So lässt sich die Botschaft des 1. Familienfestes zusammenfassen, das der erst im März gegründete Verein der Freunde und Förderer des Museums nicht zufällig am vergangenen Sonnabend ausgerichtet hat. An jenem Tag vor 94 Jahren, am 21. September 1925, wurde die „Frau von Ehringsdorf“ durch Ernst und Kurt Lindig im Ehringsdorfer Travertinsteinbruch geborgen.

Erst am vergangenen Mittwoch hatte die Thüringer Staatskanzlei den Weimarern einen zusätzlichen Grund geliefert, sich das Schicksal seines Museums ins Gedächtnis zu rufen: Für den Mittwoch dieser Woche wurden Medienvertreter eingeladen, sich in Erfurt „erste Ideen für ein archäologisches Landesmuseum auf dem Petersberg“ von der Eiszeit bis heute anzuhören, die von Ministerpräsident Bodo Ramelow, von Erfurts Baudezernent, dem Präsidenten des Thüringer Landesamtes und Landesarchäologen, Sven Ostritz, und vom Geschäftsführer der Kulturberatung actori vorgestellt werden.

So war es fast tragisch, dass das langfristig geplante Familienfest des Freundeskreises an diesem Wochenende von einer Fülle anderer Veranstaltungen – allen voran dem Tag des Handwerks und dem um zwei Wochen verschobenen Töpfermarkt – nahezu umzingelt wurde. Dennoch kamen etwa 300 bis 400 Gäste in den Hof des Museums zwischen Humboldt- und Amalienstraße, freute sich Vereinsvorsitzender Thomas Hartung.

Das Fest hatte viele Unterstützer gefunden. So sorgten der Sächsische Hof und die Brauerei Weimar-Ehringsdorf für das leibliche Wohl. Mehrere Mitarbeiter des Museums und des Landesamtes unterstützten das Familienfest, „das sonst nicht in dieser Form möglich gewesen wäre“, so Hartung. Der Kostümwettbewerb für Kinder im Alter zwischen 5 und 12 Jahren bot Gelegenheit, sich als Urmensch zu kostümieren und damit um Preise zu wetteifern, die mit Hilfe von Weimarer Unternehmern bereitgestellt wurden.

Die Weimarer Moderatorin, Schauspielerin und Sängerin Stefany Dreyer hielt die Gäste über die Höhepunkte des Familienfest-Programms stets charmant auf dem Laufenden. Wer mochte, konnte sich im Töpfern mit dem Bastelladen Fricke und im Brettchenweben mit einer Mitarbeiterin des Museums versuchen.

Der Knabe-Verlag Weimar war mit seinem Dreirad und einem Buchsortiment vor Ort. Dieter Höhnl las aus dem neu aufgelegten Knabe-Buch „Der Schatzgräber von Ehringsdorf“.

Als wahre Glücksfälle erwiesen sich die Reenactment-Gruppen Bikourgion (Wollverarbeitung der Vor- und Frühgeschichte) und Aurea Aetas Bronzezeit (Projekt Urnenfelderkultur). Sie erweckten die Bronze- und Eisenzeit zum Leben und gaben mit der Modenschau auch nach Expertenmeinung ein ziemlich realistisches Bild der Kleidung und des Schmucks jener Zeit.

Nicht zuletzt konnte der Verein der Freunde und Förderer des Museums für Ur- und Frühgeschichte Thüringens in Weimar am Rande des Familienfestes erneut fünf neue Mitglieder gewinnen.

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