Fledermausfreundliche LED hatten noch keine Priorität

Weimar.  Stadtverwaltung gibt auf Anfrage der CDU im Stadtrat einen Zwischenbericht zum Umrüsten der Straßenlaternen

Ein Elektriker arbeitet in der Karl-Liebknecht-Straße an einem der 7200 öffentlichen Lichtpunkte der Straßenbeleuchtung in Weimar.

Ein Elektriker arbeitet in der Karl-Liebknecht-Straße an einem der 7200 öffentlichen Lichtpunkte der Straßenbeleuchtung in Weimar.

Foto: Sabine Brandt

In den Vorjahren begann es sehr schnell. Nun hat die Pandemie das Umrüsten der Weimarer Straßenbeleuchtung auf LED stocken lassen. Die Mittel für die sogenannte „Intracting Phase III: 2020 bis 2021“ waren zur Haushaltssicherung gesperrt. Inzwischen kann die weitere Umrüstung zwar vorbereitet werden. 2020 bleibt allerdings nur noch Zeit für die Planungen und Ausschreibungen, sagte Bürgermeister Ralf Kirsten auf Anfrage der CDU im Stadtrat.

Neben dem reinen Austausch von Leuchtmitteln sei an verschiedenen Stellen aus technischen Gründen der Austausch der kompletten „Leuchtenköpfe“ erforderlich. Zusätzlich werde die Steuerung der Straßenbeleuchtung verbessert, sodass sie künftig energieeffizienter betrieben werden könne. Für das Paket III stehen 400.000 Euro bereit. Die Ausführung erfolge ab dem Frühjahr 2021.

In den Jahren 2017 bis 2018 hatte die Stadt in Gaberndorf, Oberweimar, der Nordvorstadt, Taubach, der Südstadt, der Westvorstadt, am Schönblick, in der Parkvorstadt und im Industriegebiet Nord an 1091 Lichtpunkten die Leuchtmittel gegen LED getauscht. Die Investition von 110.675 Euro ermöglichte eine Energieeinsparung von 174.560 kWh jährlich. Das entspreche 43.942 Euro Stromkosten. Nach zweieinhalb Jahren hätte sich die Investition damit rentiert.

Umrüstungsphase II von 2019 bis 2020 hat mit 66.660 Euro den Austausch der Leuchtmittel an insgesamt 791 Lichtpunkten ermöglicht, unter anderem in der Westvorstadt, am Schönblick, in der Parkvorstadt, in Oberweimar und Ehringsdorf. Damit werden jährlich 158.200 kWh Energie im Wert von 39.824 Euro eingespart.

Wie sich die Umrüstung in Weimar weiter entwickeln werde, wollte die Stadtverwaltung noch nicht voraussagen. Zum einen binde sie alle Personalressourcen. Zudem sei zwingend die fachliche Auswertung der Phase III Voraussetzung für das künftige Vorgehen.

Die Stadt hat zunächst den vergleichsweise einfachen Austausch von Leuchtmitteln vorgenommen. Aktuell sei auch der Austausch kompletter Leuchtköpfe notwendig. Das bedürfe einer fortlaufenden Bewertung, so Ralf Kirsten. Von deren Ergebnis sei die Fortführung 2022 abhängig.

Förderung des Freistaates hat die Stadt bislang nicht genutzt, ergänzte Tiefbauamtsleiter Stephan Müller auch Nachfrage von Andreas Leps. Der grüne Fraktionschef hatte auf die Förderung von insekten- und fledermausfreundlichen LED verwiesen. Das konnte Müller korrigieren: Die Mittel stünden nur für neue Leuchten, nicht aber für einzelne Leuchtmittel zur Verfügung.