Fridays für Future: 500 junge Leute in Weimar auf der Straße

Weimar  Zweiter „Fridays for Future“-Schülerstreik in Weimar verdoppelt die Resonanz. Organisatoren sind zufrieden

Die Demonstration dieses „Friday for Future“ begann auf dem Goetheplatz und führte durch die Altstadt.

Die Demonstration dieses „Friday for Future“ begann auf dem Goetheplatz und führte durch die Altstadt.

Foto: Michael Baar

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„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, so schallte es Freitagnachmittag durch die Weimarer Altstadt. Ein Demonstrationszug mit 500 Schülerinnen und Schülern aus Weimar und aus dem Weimarer Land machte so auf sein Anliegen aufmerksam: Stopp der Klima-Katastrophe! Am Mittag hatten sich die Teilnehmer am zweiten Weimarer Schülerstreik „Fridays for Future“ vor der Hauptpost getroffen. Hier kamen etwa doppelt so viele Teilnehmer zusammen, wie bei der ersten Kundgebung vor zwei Wochen. Wie im Versammlungsrecht vorgeschrieben, mussten die Organisatoren Ordner stellen und die Auflagen verlesen. Zwei Streifenwagen der Polizei begleiteten die jungen Leute, zu denen sich auch ein paar ältere Menschen gesellten, durch die Altstadt.

Carlotta aus der Klosterbergschule Bad Berka musste dafür nicht in Schulstreik treten. Die Zehntklässlerin hatte ein Bewerbungsgespräch in Weimar und war froh, dass sie es noch rechtzeitig zur Demo geschafft hat. Linda (15) vom Humboldtgymnasium ging es diesmal vor allem ums Dabeisein, ein Zeichen zu setzen. „Wenn mehr Leute Bus fahren, würde das schon viel bringen. Die Nahverkehrsanbindung ist doch wirklich gut“, sagt sie. Jovita (15) aus der gleichen Schule hätte sich noch viel mehr Teilnehmer gewünscht. „Auch Senioren oder Lehrer. Niemand sollte uns im Weg stehen, denn dieses Thema betrifft alle!“

Aus diesem Grund meint Isabelle (17) vom Musikgymnasium Schloss Belvedere: „Man sollte das Thema Umweltschutz viel stärker an Schulen thematisieren und man könnte sich in Weimar Aktionen für Jugendliche anschließen.“ Die Stadt, meint Johanna (16) von der Bertuchschule, sollte Projekte für Jugendliche anbieten, zum Beispiel Bäume zu pflanzen, Müll auf den Straßen und Anlagen oder in der Landschaft zu sammeln. Sie werde sich in Zukunft Organisationen suchen, die sich mit Umweltschutz befassen. Ihr Fazit für den Freitag fällt positiv aus: „Es gab viel Aufmerksamkeit und ein Zeichen von uns, dass uns die Umwelt und die Zukunft nicht egal sind.“

Marie (16) aus Bad Berka weiß, dass der Schülerstreik allein noch nichts bewirkt. „Wir müssen auch selbst in unserem Alltag Konsequenzen ziehen“, sagt sie. „Wenn wirklich alle von Plastiktüten auf Stoffbeutel umsteigen, dann ist das auch ein Zeichen an die Industrie.“

Anna (13) vom Musikgymnasium zieht aus diesem Freitag auch Motivation. „Dass wir heute dabei waren, hat uns viel Unterstützung eingebracht.“

Im Demonstrationszug gaben sich auch Goethe- und Schillergymnasiasten, Waldorf- und Jenaplanschüler zu erkennen. Valentin vom Organisationsteam des Schülerstreiks war am Ende begeistert: „Ich glaube, noch nie haben für Klimaschutz so viele Menschen in Weimar demons­triert. – In zwei Wochen kommen wir wieder.“

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