Gastlichkeit muss dreifach pausieren

Im Hetschburger "Lindenbaum" müssen Gastronomie- und Veranstaltungsbetrieb derzeit ebenso ruhen wie das Schulcatering.

Gaststätte " Zum Lindenbaum " in Hetschburg

Gaststätte " Zum Lindenbaum " in Hetschburg

Foto: Maik Schuck

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Hetschburg. Aller guten Dinge sind drei - so konnte man bisher das Geschäftsmodell des Hetschburger Gastronomen Michael Cigan umschreiben. Die Corona-Epidemie und die daraus folgenden behördlichen Verfügungen legten nun jedoch alle drei Sparten des Unternehmens mit einen Mal auf Eis. Alle aktuellen Infos im kostenlosen Corona-Liveblog

Seit 15 Jahren bewirtschaftet Cigan den "Lindenbaum". Der reine Gaststättenbetrieb ist für ihn aber nur ein Standbein. Ein zweites wesentliches ist es, Veranstaltungen auszurichten - für Familien, Vereine und Unternehmen ebenso wie öffentliche Feste, Partys mit Livemusik und ähnliches. Und schließlich liefert Michael Cigan seit 2013 auch Mahlzeiten an Kindereinrichtungen in der Region. Aktuell ist er Speiseversorger für die Grund- und die Regelschule in Blankenhain, für die Grundschule und das Gymnasium in Bad Berka, für die Grundschule in Isseroda, den Legefelder Kindergarten und darüber hinaus für einen Schöndorfer Pflegedienst. In Summe macht das durchschnittlich 650 Portionen pro Tag.

Das Catering für Kita und Schulen ist ob deren derzeitiger Schließung im Moment passé. Das Veranstaltungsgeschäft im Saal des "Lindenbaums" ruht aktuell natürlich ebenso, so, wie es die Allgemeinverfügung verlangt. Allerdings haben Kunden auch schon über den 19. April hinaus Buchungen storniert, darunter auch größere Vereine und Firmen aus der Region. "Das sind oftmals Veranstaltungen, die nicht verschoben werden, sondern einfach wegfallen - letztlich auch bei unserem Umsatz", sagt Cigan.

Dass das A-la-carte-Geschäft derzeit brach liege, sei im März noch gerade so zu verschmerzen. Ab April, wenn sonnige Wochenenden sonst Scharen von Ausflüglern in den Biergarten, auf den großen Spielplatz vorm Haus und an die Ilm lockten und Rad- wie Ilmtalbahn-Touristen eigentlich wieder Saison hätten, tue jedoch jeder geschlossene Tag weh. Immerhin verläuft auch der Ilmtalradweg direkt vor der Haustür. "Ich hoffe ja, dass sich die Vorschriften nach dem 19. April wieder lockern. Aber wenn ich ehrlich bin, glaube ich erstmal nicht daran", so Cigan. Dass das Osterfeuer am Gründonnerstag ausfällt, ist schon laut der Corona-Verfügung verbindlich. Vage ist es jedoch außerdem, ob das Hetschburger Gasthaus in diesem Jahr das gewohnte Ausflugsziel für Vatertagswanderer sein kann.

Dennoch ist der Gastronom zuversichtlich, dass sein Unternehmen die Corona-Krise wirtschaftlich übersteht. "Jegliche Unterstützung, die wir in Anspruch nehmen können, haben wir bereits beantragt. Jetzt warten wir auf die Entscheidung des Landes. Unsere zehn Angestellten befinden sich bereits in Kurzarbeit. Wir sind mit unserer Hausbank in Kontakt. Und ein paar Rücklagen hätten wir auch, um noch etwas Zeit zu überbrücken, schildert der Lindenbaum-Wirt. Pessimismus könne er sich nicht leisten. Schließlich hat er als Unternehmer nicht nur Verantwortung für seine Beschäftigten, sondern als Familienvater auch für seine Ehefrau und seine drei Kinder.

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