Geisterfahrten in Weimars Bussen

Landeshilfe verhindert Kürzungen nicht. PVG zieht im Kreis nach.

Abendlicher Halt am Goetheplatz. Er ist der zentrale Umsteigeplatz für die Busse der Stadtwirtschaft Weimar.

Abendlicher Halt am Goetheplatz. Er ist der zentrale Umsteigeplatz für die Busse der Stadtwirtschaft Weimar.

Foto: Michael Baar

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Weimar. Durch das Wegbrechen zunächst der Schülerbeförderung, die nachgeschobenen Ausgangsbeschränkungen und Geschäftsschließungen sowie fehlende Touristen muss die Stadtwirtschaft Weimar derzeit einen Rückgang der Fahrgäste um bis zu 80 Prozent tagsüber und sogar 100 Prozent abends verkraften. Die voraussichtlich knapp 39.000 Euro Soforthilfe, die das Land gewährt, würden bei weitem nicht reichen, um die Ausfälle zu kompensieren. "Es fehlen auskömmliche Unterstützungsmittel" sagte Geschäftsführer Jörn Otto auf Anfrage unserer Zeitung zum Hintergrund der erneuten Einschränkungen im Busverkehr, die bekanntlich am Donnerstag inkraft treten. Alle aktuellen Infos im kostenlosen Corona-Liveblog

Während in Jena ganze Linien komplett gestrichen werden, fahren die Busse in Weimar ab dem 26. März bis auf weiteres montags bis freitags nach dem Samstagsfahrplan mit Erweiterungen am Morgen für die Ortsteile. Samstags sowie an Sonn- und Feiertagen gelten die üblichen Fahrpläne. An allen Tagen tritt zudem gegen 21 Uhr Betriebsruhe ein.

Eine Nachbesserung fordern Weimars Bündnis-Grüne. "Wer jetzt noch Bus fährt, ist wirklich darauf angewiesen", so der Fraktionsvorsitzende Andreas Leps. Er verwies auf Arbeitende, alte und mobilitätseingeschränkte Menschen, Eltern in systemrelevanten Berufen, deren Kinder Einrichtungen besuchen, ebenso auf Arztbesuche oder Spätdienste im Klinikum.Der Samstagsfahrplan bedeute zudem für ländliche Ortsteile nur noch einen Zwei-Stunden-Takt. Das beeinträchtige auch die Grundversorgung, wenn es etwa wie in Tröbsdorf oder Tiefurt keine Einkaufsmöglichkeiten gebe, betonte Leps.

Die PVG im Weimarer Land will ab kommendem Montag Kürzungen im Busverkehr vornehmen. Einzelheiten sollen Freitag bekanntgegeben werden. Die Linie von Weimar nach Apolda verkehre beispielsweise etwa nach Ferienfahrplan, die von Weimar nach Rudolstadt – ausgenommen jene von Kombus – fahre im Zwei-Stunden-Takt nur noch bis Blankenhain. Einzelne kleine Linien sollen ganz entfallen.

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