Guten Morgen, Weimar: Letzte Seefahrt des Jahres

Jens Lehnert über besondere Gerüche aus Thüringen.

 Redakteur Jens Lehnert

Redakteur Jens Lehnert

Foto: Candy Welz

Nun ist er da, der Herbst – nicht nur kalendarisch, sondern auch, was das Wetter anbelangt. In der Voraussicht, dass irgendwann in Bälde die nasskalte graue Tristesse einsetzt, hatte ich am vergangenen Wochenende noch einmal den Koffer gepackt und mein Kind ins Auto gesetzt, um wohl zur letzten Fahrt für dieses Jahr gen Ostsee aufzubrechen.

Das Ziel: Graal-Müritz. Und nein. Ich habe nicht Weimars Bürgerreiseleiter Hartmut Eckhardt besucht, der dort seinen Zweitwohnsitz hält. Dazu war schlichtweg die Zeit zu knapp. Allerdings fand ich eine Erklärung dafür, weshalb es „Ecki“ ausgerechnet nach Graal-Müritz zog. Zum ersten Mal machte ich dort die Erfahrung, dass es an einem Strand nicht nach Meer und Algen riecht, sondern nach Thüringer Rostbrätel. Der Urheber des Duftes ist ein Lokal, dass sich da, wo andere Fischbrötchen erwarten, auf Thüringer Bier und Grill-Spezialitäten vom Rost spezialisiert hat – und auch „Die Thüringer“ heißt.

Ob das der Thüringer an der See wirklich braucht, sei dahingestellt. Allen anderen Landsleuten, von denen es auch vor einer Woche noch überaus reichlich in der Spätsommerfrische gab, schien das Angebot sehr zu behagen. Später, während der 9-stündigen Rückfahrt von einem Sonntags-Stau in den nächsten, wäre auch mir die Wurst nicht wurscht gewesen.