Hier verschenkt die Wirtschaft Fachkräfte

Weimar.  250 Menschen mit Schwerbehinderung sind in der Region ohne Arbeit. Dabei sind die meisten gut ausgebildet

Das barrierefreie Einrichten eines Arbeitsplatzes ist oft das geringste Problem hin zu einem ,normalen’ Job.

Das barrierefreie Einrichten eines Arbeitsplatzes ist oft das geringste Problem hin zu einem ,normalen’ Job.

Foto: Stefan Puchner / dpa

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Knapp 250 Menschen mit Schwerbehinderung sind in Weimar und im Weimarer Land arbeitslos. Dabei handelt es sich bei ihnen nach Angaben der Arbeitsagentur überwiegend um ausgebildete Fachkräfte. Drei von vier Arbeitslosen mit Handicap haben eine abgeschlossene Berufsausbildung, weitere fünf Prozent einen akademischen Abschluss. Immerhin 6 von 10 sind erst kurzzeitig ohne Job und verfügen über aktuelle Berufserfahrung.

Immerhin 1000 Menschen mit Schwerbehinderung sind in Weimar in 134 Betrieben sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Ihre Zahl ist in den letzten Jahren leicht gestiegen. Nach dem Gesetz müssen Unternehmen mit 20 Mitarbeitern und mehr mindestens 5 Prozent ihrer Arbeitsplätze an Menschen mit Handicap vergeben. Besagte 134 Unternehmen müssten danach allerdings weitere 157 Menschen mit Handicap beschäftigen. Im Weimarer Land sind es sogar 241.

Vor allem private Unternehmen erfüllen die gesetzliche Beschäftigungsquote nicht. Sie erreichen im Durchschnitt 3,6 Prozent. Durch öffentliche Arbeitgeber liegt der Beschäftigtenanteil von Menschen mit Handicap bei 6,4 Prozent. Allerdings nicht im Weimarer Land. Hier sind es in privaten Unternehmen 3,1 Prozent und einschließlich der öffentlichen Hand 5 Prozent. 530 Menschen mit Schwerbehinderung sind im Kreis in 163 Betrieben angestellt.

Insgesamt sind die öffentliche Verwaltung, das Gesundheits- und Sozialwesen, das Verarbeitende Gewerbe, der Dienstleistungssektor, Erziehung und Unterricht sowie der Handel jene Branchen mit den meisten Arbeitsplätzen für Schwerbehinderte. Im Kreis gehört auch die Logistik dazu.

Aktuell sind in der Stadt Weimar 117 Menschen mit Schwerbehinderung arbeitslos (Kreis 131). Dabei wächst mit steigendem Lebensalter auch der Anteil der Arbeitslosen mit Handicap. Zwei von drei sind 45 Jahre und älter. „Eine Behinderung kann jeden treffen. Die meisten Handicaps treten erst im Laufe des Lebens auf“, weiß Beatrice Ströhl, Vorsitzende der Geschäftsführung bei der Arbeitsagentur Erfurt.

Die Arbeitslosigkeit insgesamt ist im November in Weimar geringfügig gesunken, im Weimarer Land aber leicht gestiegen. 1622 Menschen waren in der Stadt arbeitslos (5,1 %). Das sind 175 weniger als vor einem Jahr. Im Weimarer Land liegt die Quote bei 3,9 Prozent, nachdem im November 1695 Menschen arbeitslos gemeldet waren – 22 mehr als im Oktober.

Die Zahl der Neueinstellungen lag in Weimar auf hohem Niveau. 149 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit durch eine Anstellung beenden. Seit Jahresbeginn liegen die Beschäftigungsaufnahmen leicht über denen von 2018. Gleichzeitig sank die Zahl der Jobverluste geringfügig auf 148 (-4%).

Insgesamt 151 freie Stellen meldeten Unternehmen der Arbeitsagentur und dem Jobcenter. Vor allem das Gesundheits- und Sozialwesen, der Handel, der Dienstleistungssektor, das Gastgewerbe sowie Personaldienstleister suchen neue Mitarbeiter.

Ganz anders im Kreis. Nur 123 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit durch einen neuen Job. Dagegen verloren im November 194 Menschen ihre Arbeit. Seit Jahresbeginn sank die Zahl der Neueinstellungen um vier Prozent. Die Zahl der offenen Stellen liegt nur noch bei 118. Das sind 61 weniger als vor einem Jahr.

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