Investoren spekulieren auf Baurecht im Norden

Krautheim.  Landgemeinde Am Ettersberg holt sich Rat, um weitere Windkraftanlagen auf ihrem Terrain zu verhindern.

 Windraeder stehen in einem Windpark zwischen Gotha und Bad Langensalza

Windraeder stehen in einem Windpark zwischen Gotha und Bad Langensalza

Foto: Alexander Volkmann

Auch der Stadtrat der Landgemeinde Am Ettersberg kommt nicht umhin, mitunter Kröten zu schlucken. Im Wissen, das Vorhaben nicht verhindern zu können, bevollmächtigte das Gremium in dieser Woche in Krautheim den Bürgermeister, mit einem Windenergie-Unternehmen, das nahe Thalborn zwei Windkraftanlagen errichten will, einen sogenannten Durchführungsvertrag abzuschließen. Dieser regelt unter anderem die Nutzung von Gemeindestraßen und Wegen während des Baues und des Betriebes.

Weitere Kröten dieser Art würde der Nordkreis gern umgehen. Allerdings sieht Bürgermeister Thomas Heß die Gefahr, dass der Regionalplan Mittelthüringen, der die Vorrangflächen für Windenergie ausweist, juristisch gekippt werden könnte. Immerhin seien sechs Klagen von Windkraft-Investoren anhängig, die ihre Interessen durch das Papier beeinträchtigt sehen.

Momentan befindet sich kein weiteres Vorranggebiet auf dem Areal der Landgemeinde. Falle diese Schranke, könne jedoch gebaut werden. Insbesondere nordöstlich von Buttelstedt in Richtung Buttstädt sei offenbar konkretes Interesse von Investoren vorhanden. Einige Betreiber, so Heß, seien auch bereits in der Landgemeinde unterwegs, um sich bei Grundstückseigentümern Flächen zu sichern. „Ich sehe das mit Sorge. Wir können den Leuten im Moment nur davon abraten, Verträge zu unterschreiben", sagte der Bürgermeister.

Um die eigenen kommunalen Möglichkeiten auszuloten, den Prozess zu beeinflussen, will die Landgemeinde das Gespräch mit der Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur suchen. „Wir wollen auf den Tag X vorbereitet sein, damit die Nordseite unserer Landgemeinde nicht irgendwann komplett mit Windrädern beplankt ist", so Heß.