Jäger bei Kranichfeld diesmal in kleinen Gruppen auf Tour

Kranichfeld  Waidmänner erlegen am letzten Wochenende der Jagdsaison bei Kranichfeld vor allem Schwarzwild und Rehe – und verzichten auf den geselligen Teil.

Revierförster Ronald Schäfer sperrte am Morgen den Forstweg durch den Körnergrund mit Bändern ab.

Revierförster Ronald Schäfer sperrte am Morgen den Forstweg durch den Körnergrund mit Bändern ab.

Foto: Chris Freise

Kranichfeld. Ohne den geselligen Teil musste am Samstag die Jagd im Körnergrund zwischen Rittersdorf, Kranichfeld und Barchfeld auskommen: Kein Treffpunkt am Morgen, keine Strecke des erlegten Wildes am Nachmittag, kein Hörnerblasen, erst recht kein Glühwein. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

Selbst die traditionelle Bezeichnung fiel den Corona-Umständen zum Opfer: Statt der traditionellen Hegegemeinschaftsjagd gab es eine „gemeinsame Bewegungsjagd“ mit nur drei der ansonsten beteiligten Jagdbezirke im Bereich des Forstamtes Erfurt-Willrode.

Es war somit eine Art virtueller Jagd: Die Waidmänner und ihre Helfer zogen in kleinen Gruppen los, blieben im Auto, so lange es möglich war, kommunizierten im Vorfeld nur schriftlich und am Jagdtag per Handy.

Wenn doch Jäger aufeinandertrafen, waren Mindestabstand und Mund-Nasen-Schutz obligatorisch. „Durch diese dezentrale Organisation lässt sich auch nicht genau sagen, wie viele Jäger genau unterwegs waren“, so Chris Freise, der Leiter des Willroder Forstamtes. „Ich schätze, 50 bis 100 Leute.“

Die Bewegungsjagd funktioniert mit Hilfe speziell ausgebildeter Hunde, die das Wild dazu bringen, ein Versteck zu verlassen und ein vermeintlich sichereres aufzusuchen. Auf dem Weg lauern die Jäger.

Die Jagdsaison in Thüringen endet am 15. Januar, die große Jagd am letzten Wochenende davor hat Tradition. „Das wollten wir trotz Corona nicht ganz ausfallen lassen“, so Freise. „Zumal das Wetter ja passte.“

Vor allem die Wildschwein-Bestände würden ohne Bejagung schnell zu groß: „Da geht es zum einen um Schäden in der Landwirtschaft, und andererseits soll ja auch die Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest möglichst verhindert werden.“ Aber auch Rehe, Damwild (Hirsche) und Mufflons werden bei solchen Jagden erlegt.

Die Jagd war am Mittag beendet, danach dauerte es noch rund eine Stunde, bis die Teilnehmer ihre Hunde und das erlegte Wild eingesammelt hatten. Gegen 13 Uhr konnte Revierförster Ronald Schäfer den gesperrten Forstweg durch den Körnergrund zwischen Rittersdorf und Barchfeld wieder freigeben.