Jahresschau der Bauhaus-Uni Weimar von deutlicher Kritik begleitet

Weimar  „summaery2019“: Konzertaufzeichnung fand nicht überall Gegenliebe. Studenten fordern mehr Lehrqualität

summaery2019: Die Jahresschau der Bauhaus-Universität ist eröffnet. Zu Musik und Sekt gab es auch kritische Anmerkungen und kommentierende Transparente rund um das Uni-Hauptgebäude.

Foto: Michael Baar

An der Bauhaus-Universität Weimar ist am Donnerstag die „summaery2019“ eröffnet worden. Auf dem Hof am Hauptgebäude nannte Präsident Winfried Speitkamp die Jahresausstellung im Bauhaus-Jubiläumsjahr eine besondere, zumal sie wieder insbesondere von Studierenden auf die Beine gestellt worden sei. An 57 Ausstellungsorten auf dem Campus und über die Stadt verteilt finden die Besucher Ausstellungen, Performances, Lesungen und Projekt-Präsentationen, mit denen Studierende und Lehrende in ihre aktuellen Diskurse, Positionen, Arbeiten und Forschungsprojekte einführen.

Zu sehen sind unter den Projekten auch Ergebnisse des Bauhaus-Semesters, dessen Erfahrungen künftig in einem Studium Generale, einem Bauhaus-Studiengang, münden sollen.

Das auffälligste Projekt des Eröffnungsabends war allerdings das Konzert auf dem Campusplatz, zu dem sich an der Uni die Geister scheiden. Als der Präsident auf das Konzert zu sprechen bekam, da begann ein Student seine Worte mit einer Trillerpfeife zu untermalen.

Gegenüber entrollten Studierende ein Transparent mit der Aufschrift „konsumery“. Eine junge Frau hielt dem Präsidenten eines mit dem Text „Bauhaus100 // Geld zum Feiern - ja, Geld für Lehre – nein“ entgegen. Die Uni verstehe es gut, eine besondere Fassade zu zeigen. Dahinter sehe es aber weniger gut aus, erläuterte sie auf Nachfrage. Sie stehe vor ihrem Masterabschluss in der Medienkunst, für den es beispielsweise keinen Prüfungsausschuss gebe. Sie verwies auf halbe, befristete oder unbesetzte Stellen und Qualitätsmängel in der Lehre. Und dort, wo zum Auftakt die Konzertbühne stehe, hätten Studierende eigentlich ihre Arbeiten zeigen wollen.

Winfried Speitkamp erläuterte die Intentionen der Hochschulleitung so: Das ZDF habe angefragt, ob man das Konzert an der Uni aufzeichnen könne. Da es eine Veranstaltung für Studierende sei, die auch die Studierenden zeige und die zudem keinen Eintritt koste, habe man sich gefreut und zugesagt. Nicht zuletzt sei auch die Bühne von Studenten mitgestaltet worden. Welche Dimension das bühnentechnisch annehmen sollte, ahnte an der Universität zunächst offenbar niemand.

Selbst der Dekan der zur summaery federführenden Fakultät Architektur und Urbanistik, Prof. Bernd Rudolf, distanzierte sich mehr oder weniger deutlich: „Unsere Bühne ist die summaery“, sagte er. „Alles andere ist Fernsehen.“ Das hinderte ihn aber nicht daran, dem Uni-Präsidenten symbolisch das große rosafarbene B zu überreichen, das überall vom Thema der summaery des Jahres 2019 kündet: „GIB MIR (D)EIN B“.

Boykottiert wurde das Konzert mit Nico Santos und der Band Wanda allerdings nicht. Darauf angesprochen sagte ein Student: „Das ist zwar nicht meine Musik, aber for free höre ich mir das natürlich an.“

Die Zahl der Zuschauer war auf 2500 begrenzt. Security an Absperrgittern und Einlasskon­trollen, deutlich sichtbare Polizeibeamte und der Regen dämpften die Stimmung.

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