Jeden Morgen Hochbetrieb mit 32 Tour-Starts

Bad Berka.  Die Deutsche Post weiht ihren neuen Zustellstützpunkt Bad Berka offiziell ein. Er bewältigt pro Tag mehr als 2000 Pakete und rund 25.000 Briefe.

Der neue Zustellstützpunkt der Deutschen Post im Gewerbegebiet Bad Berka wird offiziell eingeweiht. Stützpunkt-Leiterin Petra Unbehaun erläutert unter anderem dem Landtagsabgeordneten Mike Mohring und Bürgermeister Michael Jahn die täglichen Abläufe.

Der neue Zustellstützpunkt der Deutschen Post im Gewerbegebiet Bad Berka wird offiziell eingeweiht. Stützpunkt-Leiterin Petra Unbehaun erläutert unter anderem dem Landtagsabgeordneten Mike Mohring und Bürgermeister Michael Jahn die täglichen Abläufe.

Foto: Michael Grübner

Rund 130.000 Briefe und mehr als 12.000 Pakete gehen in jeder Woche von hier aus zu ihren Empfängern: Der neue Bad Berkaer Zustellstützpunkt der Deutschen Post ist seit 1. März in Betrieb, am Dienstag weihten ihn die Verantwortlichen auch offiziell ein. Der Stützpunkt ersetzt eine bisher genutzte alte Halle in der Nordstraße, auch die Außenstelle in der Magdalaer Richard-Wagner-Straße wird nun nicht mehr benötigt. Auch ein Teil der Weimarer Zustellungen (mit Postleitzahl 99428) läuft seit März über die Kurstadt.

Für den Bad Berkaer Bürgermeister Michael Jahn, der gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Mike Mohring (beide CDU) das Objekt am Dienstag in Augenschein nahm, ist damit auch eine wichtige Immobilienfrage gelöst. Das Grundstück in der Wacholderbergstraße nämlich war vor Jahren als eine von drei Standort-Varianten der Grundschule im Gespräch – neben dem bisherigen Areal am Hexenberg und dem Gelände am Siedlerweg, das letztlich den Zuschlag erhielt.

Die Post ist hier übrigens „nur“ Mieter: Das Grundstück gehört seit August 2018 dem Investor Ralf Pangert aus Stadtilm. Der gelernte Fotograf hat schon in seiner Heimatstadt sowie in Arnstadt und Ohrdruf Objekte gekauft und saniert oder bebaut, um sie als Zustellstützpunkte an die Post zu vermieten. Als die Verantwortlichen um den Erfurter Niederlassungsleiter Marcus Wulf ihn auf ein Projekt in Bad Berka ansprachen, gingen die Überlegungen zunächst in den Umbau vorhandener Hallen – nämlich dort, wo inzwischen der Bauhof der Kurstadt sein neues Domizil hat. Letztlich wurde es das potenzielle Schul-Grundstück im Gewerbegebiet, das über viele Jahre als Zwischenlager für Baustoffe gedient hatte. Im Mai 2019 bekam Pangert die Baugenehmigung, ab 1. November konnte die Post schon einen Teil des Neubaus nutzen. Rund 1,3 Millionen Euro hat der Stadtilmer in Grundstück und Halle investiert.

Jeden Morgen 5.50 Uhr kommt hier der erste Lkw mit Paketen aus dem DHL-Zentrum Nohra an, der Fahrer hat eine eigene Zugangskarte und entlädt seine Fracht selbst. 6.45 Uhr rückt dann das Zusteller-Team an, nach dem Sortieren starten ab 7 Uhr in kurzen Abständen die 32 Touren. Versorgt werden von hier aus neben der Kurstadt sowie den Weimarer Ortsteilen Legefeld, Holzdorf, Possendorf, Gelmeroda, Niedergrunstedt, Tröbsdorf und Gaberndorf auch die komplette Landgemeinde Grammetal, Blankenhain, Kranichfeld, Magdala und Mellingen. Rund 1400 Kilometer legen die Zusteller täglich zurück, leeren 100 Briefkästen, liefern zu Spitzenzeiten bis zu 3000 Pakete aus. Bisher noch in Dieselfahrzeugen, aber die Infrastruktur mit leistungsfähigen Stromanschlüssen ist bereits eingebaut, um den Betrieb mittelfristig auf Elektromobile umzustellen.

Aktuell arbeiten 56 Frauen und Männer im Stützpunkt Bad Berka. „Kein Vergleich mit dem alten Standort“, schwärmt die Leiterin des Teams, Petra Unbehaun. „Der war vor allem viel zu klein, außerdem der Hof voller Schlaglöcher. Jetzt haben wir Rampen für die Lkw, überdachte Beladeplätze, alles ist ebenerdig auf einer Etage.“ Bei einem kurzen Rundgang erläuterte sie vor Ort, welchen Weg die Briefe und Pakete nehmen – Jahn und Mohring staunten vor allem, wie viel Handarbeit die Zusteller trotz der fortgeschrittenen Digitalisierung noch leisten müssen.