Kindergarten Waldstadt in Weimar schließt nach Krätze-Fällen drei Tage

Schöndorf.  Ein großangelegter Hygiene-Einsatz soll den Parasiten den Garaus machen. Der Träger mahnt Eltern ebenso zum konsequenten Kampf gegen die Erkrankung.

Der Ausbruch von Krätze, der sich nicht eindämmen ließ, sorgt von Montag bis einschließlich Mittwoch für die Schließung des Kindergartens Waldstadt.

Der Ausbruch von Krätze, der sich nicht eindämmen ließ, sorgt von Montag bis einschließlich Mittwoch für die Schließung des Kindergartens Waldstadt.

Foto: Peter Hansen

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Nach dem massiven Auftreten von Krätze im Kindergarten Waldstadt in Schöndorf hat die Hufeland-Trägergesellschaft (HTG) auf Empfehlung und in enger Absprache mit Amtsärztin Isabelle Oberbeck beschlossen, die Einrichtung von Montag bis Mittwoch für drei Tage komplett zu schließen. Es handele sich um den stärksten Ausbruch der parasitären Hautkrankheit in Weimar in der jüngeren Zeit, sagte HTG-Geschäftsführer Rudolf Dewes.

Bereits im Vorfeld waren Kinder mit Verdacht auf die parasitäre Hautkrankheit von der Betreuung ausgeschlossen worden. Dies ist gesetzlich vorgeschrieben. Als am Freitag neue Fälle im Krippenbereich aufgetreten sind, fiel die Entscheidung, den Kindergarten zu schließen. Wegen der großen Ansteckungsgefahr können die rund 100 Waldstadt-Kinder auch nicht in anderen Einrichtungen betreut werden.

Bereits in den vergangenen zwei Wochen hatte der Träger versucht, über verschärfte Hygiene-Maßnahmen gegenzusteuern. Dies allerdings erfolglos. Bereits am Samstag setzen Mitarbeiter der Einrichtung, technische Kräfte der HTG sowie Mitarbeiter des Hausmeisterdienstes Enke in einer großangelegten Aktion die Bemühungen fort, die Milben abzutöten: Alles aus Stoff muss bei 60 Grad gewaschen, 14 Tage luftdicht verpackt bei Raumtemperatur gelagert oder – beispielsweise Kuscheltiere – 12 Stunden bei unter minus 10 Grad Celsius eingefroren werden. Teppiche indes und alles, was den Parasiten als Nahrung dienen könnte und nicht erfolgversprechend zu behandeln ist, muss entsorgt werden, sagte Rudolf Dewes. Im besten Fall sollte der Kindergarten am Donnerstag die Arbeit wieder aufnehmen. Denn die Milben sterben ab, wenn sie fünf Tage keine Nahrung finden, sagte der Geschäftsführer.

Die Mitteilung über die Schließung hat die HTG mit einem Brief an die Eltern flankiert. Darin werden sie zu strengen Hygienemaßnahmen und Therapie ihrer Kinder aufgefordert. Ohne ihre Hilfe sei die Erkrankung nicht zu stoppen, so Rudolf Dewes. Krätze wird über Körperkontakt übertragen und dies bis zu sechs Wochen. Sie tritt – wie Läuse – meist in Gemeinschaftseinrichtungen auf.

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