Kleiner Inzidenzwert ist für Weimar eine große Hürde

Weimar.  Was rein rechnerisch nötig ist, damit die Stadt auf der Corona-Karte nicht mehr rot markiert wird

Auf der Deutschlandkarte erscheint Weimar derzeit in hellerem Rot.

Auf der Deutschlandkarte erscheint Weimar derzeit in hellerem Rot.

Foto: dpa-Grafik

Kurze Zeit war die Stadt Weimar unter magischen Zahl von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Sie länger oder gar dauerhaft zu unterschreiten, ist kein Selbstläufer. Zwar sank am Donnerstag die Gesamtzahl der Corona-Fälle in Weimar, weil den 7 Neuinfektionen gleichzeitig 14 Genesene gegenüberstanden. Für den Inzidenzwert zählen jedoch nur die Infektionen der letzten sieben Tage. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Die Kategorie, die derzeit über das Einsetzen oder den Wegfall von Gegenmaßnahmen gegen das Virus entscheidet, soll die Dynamik zeigen, mit der sich Sars-CoV-2 in der jeweiligen Region ausbreitet. Der Bezug auf 100.000 Einwohner macht dabei unterschiedliche Regionen vergleichbar.

So wird für die Stadt Weimar von 65.090 Einwohnern ausgegangen. Das ist jene Zahl, die das statistische Landesamt angibt. Die tatsächliche Grenze, die Weimar binnen sieben Tagen nicht überschreiten darf, liegt bei 32,5: So viele Neuinfektionen binnen Wochenfrist in einer 65.000-Einwohner-Stadt sind genauso viel wert, wie 50 Neuinfektionen in einer Stadt mit 100.000 Einwohnern.

In der relativ geringen Einwohnerzahl von Weimar liegt eine Tücke des Grenzwertes. Im Durchschnitt der letzten sieben Tage darf sich Weimar damit nicht mehr als 4,6 bestätigte Neuinfektionen leisten, um unter dem Inzidenzwert von 50 (32,5) zu bleiben.

In den nächsten Tagen belasten die 7 Neuinfektionen vom Donnerstag und erst recht jene 14 vom Mittwoch sehr. Auch wenn es am vergangenen Wochenende nur jeweils drei, am Montag nur eine und am Dienstag nur vier Neuinfektionen gab, die alle unter dem Durchschnitt von 4,6 lagen.

Heute, Freitag, lässt jede Zahl unter 12 Neuinfektionen den Weimarer Inzidenzwert sinken. Denn so viele Infektionen wurden am vergangenen Freitag bestätigt, vor acht Tagen. Sie fallen nun aus der 7-Tage-Inzidenz heraus, auch wenn die Betroffenen noch nicht als genesen gelten. Für die Dynamik der Infektionsausbreitung werden sie nicht mehr herangezogen.

Am Donnerstag konnten alle 7 neu gemeldeten Infektionen zurückverfolgt werden: Vier entstanden im familiären Umfeld, drei betrafen Pfleger und Bewohner des Pflegeheims Sophienhaus.

18 Neuinfektionen im Weimarer Land