Logistiker in Nohra brauchen weiterhin jede Arbeitskraft

Nohra  Industrie- und Handelskammer zeichnet das Nohraer Spedition mit der Ehrenurkunde für das 30-jährige Bestehen aus

IHK-Mann Markus Heyn (links) überreichte zusammen mit Landrätin Christiane Schmidt-Rose die Ehrenurkunde an Niederlassungsleiter Michael Hamperl.

IHK-Mann Markus Heyn (links) überreichte zusammen mit Landrätin Christiane Schmidt-Rose die Ehrenurkunde an Niederlassungsleiter Michael Hamperl.

Foto: Michael Grübner

Nohra. Allzu viele Außentermine absolviert Landrätin Christiane Schmidt-Rose (CDU) in diesen Tagen nicht. Den am Mittwochvormittag in Nohra aber ließ sie sich nicht entgehen: Hier bekam eines der bekanntesten Unternehmen im UNO-Gewerbepark, der Logistik-Dienstleister Axthelm & Zufall, von der Industrie- und Handelskammer (IHK) die Ehrenurkunde zum 30-jährigen Bestehen der Firma überreicht.

„Dieses Jubiläum hatte ich gar nicht so auf dem Schirm“, gestand Niederlassungsleiter Michael Hamperl. 100 Jahre Zufall Logistics Group, zu deren bundesweitem Verbund der Standort Nohra gehört, im Jahr 2028 ist für ihn die präsentere Wegmarke.

Mit der Vorgeschichte in Thüringen ist er dennoch vertraut: Der Kölledaer Hans Riedel führte die Firma Carl Axthelm schon zu DDR-Zeiten in seiner Heimatstadt als Privatunternehmen. „Ein kleines Warenlager in Kölleda ist davon noch vorhanden und wird von uns genutzt“, so Hamperl.

Schon 1990 aber habe Riedel mit der in Fulda ansässigen Spedition Friedrich Zufall Kontakte geknüpft, aus denen das gemeinsame Unternehmen entstand. 1996 zog es ins große Gewerbegebiet bei Nohra, seit 2009 hat die Firma dort sogar zwei Standorte: Wenige hundert Meter von der Spedition entfernt betreibt das Unternehmen ein Logistikzentrum mit einer riesigen Halle, in der Kunden ihre Waren vorübergehend lagern und nach Bedarf abrufen können.

Über den Umgang mit der Corona-Situation hatte sich im Sommer schon der Thüringer Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee bei den Logistrikern informiert. Um dieses Thema kreisten natürlich auch am Mittwoch die Gespräche mit der Landrätin und dem Leiter des Weimarer IHK-Service-Centers, Markus Heyn.

Den Personalstamm von knapp 100 Mitarbeitern in Nohra hält das Unternehmen weiterhin und benötigt jeden einzelnen davon. „Unser Geschäft erlebte keinen Einbruch, sondern eine Verlagerung“, so Hamperl. Es werden weniger Großmärkte beliefert, dafür deutlich mehr Privatkunden. Rund 100.000 Euro investierte das Unternehmen in Hygiene-Vorkehrungen für mehr Sicherheit der Mitarbeiter. Das Team am Standort Nohra wurde erst unlängst komplett auf Covid-19 getestet – durchweg negativ. Durch Quarantäne gab es dennoch im November einen Tag, an dem plötzlich zehn Fahrzeuge nicht besetzt werden konnten. „Da mussten Bürokräfte mit aushelfen, außerdem teuer eingekaufte externe Kapazitäten“, so Hamperl.

Der Idee, Homeoffice gesetzlich zu verankern, steht der Niederlassungsleiter skeptisch gegenüber, auch wenn er die Notwendigkeit von Heimarbeit in der aktuellen Situation anerkennt. „Aber wir dürfen uns nicht komplett in die Anonymität schießen“, betont er. „Das persönliche Gespräch mit direkten Reaktionen, die man auch aus Gesichtern und Blicken bekommt, bringt immer noch deutlich mehr als jede Videokonferenz.“