Mit schonungslosem Blick

Niedergrunstedt.  Der Begriff „Heimsuchung“ wird mit Ungemach gleichgesetzt. Doch die Künstlerin Claudia Hauptmann sieht auch das schützende „Heim“ im Wort.

Claudia Hauptmann bei der Eröffnung ihrer Ausstellung im Hofatelier.

Claudia Hauptmann bei der Eröffnung ihrer Ausstellung im Hofatelier.

Foto: Gudrun Kopf

Unter dem Titel „Heimsuchung“ zeigt das Hofatelier in Niedergrunstedt seit Samstag Werke der Malerin Claudia Hauptmann. Die Ausstellung ist bis Ende August jeweils an den Wochenenden von 13 bis 17 Uhr geöffnet und greift zum Teil auf überraschende Weise voraus, was uns zur Zeit alle beschäftigt. Aber Heimsuchung wird von der Malerin nicht nur in einer negativen Konnotation gesehen, sondern auch als die Suche nach und das Ankommen in einem Heim. Sie wirft einen schonungslosen Blick in die Realität, zeigt Alltagsszenen und verbindet diese mit Motiven der griechischen Antike und biblischen Geschichte. „Der Begriff der Heimsuchung ist also mehrdeutig und schien mir deshalb als Titel meiner Weimarer Ausstellung besonders geeignet, denn wenn ich dort meine Bilder zeige, bedeutet es mir persönlich gewissermaßen auch eine Heimkehr zu den eigenen Wurzeln“, sagt die Künstlerin. So habe sie in Weimar an einem Mal- und Zeichenzirkel bei Otto Paetz teilgenommen.

Claudia Hauptmann, in Eisenach geboren und aufgewachsen im Grenzort Gerstungen, studierte Malerei an der Burg Giebichenstein. Sie hat inzwischen ein Atelier in Berlin-Kreuzberg, zeigt ihre Arbeiten aber bundesweit und begleitet das Vorpommersche Künstlerhaus Herrenhaus Heinrichsruh. Zur Ausstellung gibt es einen sehr schönen Katalog.

Wie Joachim und Ute Becker aus dem Vorstand des Kunstvereins Hofatelier mitteilen, plant das Hofatelier am Samstag und Sonntag, 8. und 9. August, 9 bis 16 Uhr, einen Antik- und Trödelmarkt auf der Wiese im Hof. Dabei werde es auch Dinge aus einer Atelierauflösung geben.