Mit Weimars Weihnachtsmarkt platzt auch der Einkaufssonntag

Weimar.  Der Wochenmarkt in Weimar soll statt dessen im Advent erweitert und etwas weihnachtlich gestaltet werden.

Der Weihnachtsbaum bekommt in diesem Jahr keine Konkurrenz durch die Glühwein-Pyramide.

Der Weihnachtsbaum bekommt in diesem Jahr keine Konkurrenz durch die Glühwein-Pyramide.

Foto: Maik Schuck

Bis zuletzt wurde um eine gute Lösung gerungen. Mittwochnachmittag wurde der Weimarer Weihnachtsmarkt schließlich doch abgesagt. Zuvor hatte sich Oberbürgermeister Peter Kleine mit dem Gesundheitsamt, dem Krisenstab, den medizinischen Fachberatern und dem Haupt- und Personalausschuss des Stadtrates beraten.

„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Die Absage ist das Ergebnis der medizinischen Empfehlungen sowie des Aufrufs, die sozialen Kontakte zu minimieren“, erläuterte Peter Kleine. „Die meisten der bisherigen Neuinfektionen in Weimar werden von außerhalb in die Stadt getragen. Weil die meisten anderen Städte um uns herum keine Weihnachtsmärkte durchführen werden, ist die Gefahr zu groß, mit einer überlaufenden Weimarer Weihnacht zahlreiche neue Infektionen mit dem Corona-Virus zu produzieren.“

Mit der Absage des Weihnachtsmarktes kann auch der für den 6. Dezember geplante verkaufsoffene Sonntag nicht stattfinden. Die Einkaufssonntage werden in Thüringen von den Aufsichtsbehörden stets nur dann genehmigt, wenn sie mit traditionellen Ereignissen am Ort verbunden sind. Das haben vor allem Gewerkschaften und Kirchen durchgesetzt, um den arbeitsfreien Sonntag zu schützen. Weimars Oberbürgermeister sieht in der speziellen Situation dieses Jahres allerdings „das Land in der Pflicht, wenigstens einen einzigen verkaufsoffenen Sonntag in Thüringen einheitlich zu ermöglichen“.

Als die Entscheidung am Mittwoch gefallen war, versuchte das Amt für Wirtschaft und Märkte, die wartenden Händler persönlich über die Absage zu informieren. Sie erfuhren auch, dass die Stadt wenigstens den Wochenmarkt auf dem Marktplatz weihnachtlich gestalten will. Dort werden jeweils von Montag bis Sonnabend (9-15 Uhr) bis zu 24 Stände auf Kunden warten. Neben dem traditionellen Wochenmarktangebot werde es Baumstriezel, Weihnachtsdeko, kunsthandwerkliche Artikel, Kerzen, Räucherwerk oder Schmuck geben. Der Verkauf von Glühwein ist dagegen nicht gestattet.

Die Krippenhütte mit Figuren der heiligen Familie aus der Werkstatt des Weimarer Holzbildhauers Christian Gramm bekommt ebenfalls ihren Platz. Für vorweihnachtliche Stimmung soll Musik aus der Konserve sorgen. In der Vereinshütte erhalten Vereine die Möglichkeit zur Präsentation und zum Verkauf. Die vorgesehene Verlegung des Wochenmarktes auf den Goetheplatz ist mit der Absage hinfällig.

Der Weihnachtsbaumverkauf auf dem Goetheplatz ist von der Absage nicht betroffen. Er kann vom 1. bis 24. Dezember öffnen. Auch der zusätzliche Weihnachtsbaum auf dem Herderplatz wird wie geplant am Donnerstag, 19. November, gegen 9 Uhr aufgestellt.