Netkom in kleinen Dörfern vor Pionierarbeit

Magdala.  In Oettern, Döbritschen, Vollradisroda, Maina und Ottstedt erhalten gesamte Ortslagen neues Glasfaser-Netz

Netkom-Geschäftsführer Hendrik Westendorff und Mellingens VG-Chef Andreas Czerwenka unterzeichneten den Vertrag über den Breitband-Ausbau.

Netkom-Geschäftsführer Hendrik Westendorff und Mellingens VG-Chef Andreas Czerwenka unterzeichneten den Vertrag über den Breitband-Ausbau.

Foto: Jens Lehnert

Nun ist auch die Verwaltungsgemeinschaft Mellingen an der Reihe: In Magdalas Rathaus unterzeichneten VG-Chef Andreas Czerwenka und Hendrik Westendorff, Geschäftsführer der Thüringer Netkom, am Freitag den Vertrag über den flächendeckenden Ausbau des Glasfaser-Netzes für die Breitband-Kommunikation.

Zahlreiche Orte der VG sind bereits komplett oder zumindest weitgehend versorgt – und das auch durch die Weimarer Teag-Tochter. So hatte die Netkom schon im Jahr 2011 Umpferstedt erschlossen. Im Gewerbegebiet Mellingen kann die Netzbetreiberin seit drei Jahren Glasfaseranschlüsse anbieten. Mellingens Ortsteil Köttendorf ist überdies der kleinste Ort in ganz Thüringen, den das Unternehmen bis dato ans Netz nahm.

In den großen Kommunen der VG steht der Breitband-Anschluss nur noch bei einzelnen Adressen aus. In Mellingen erhält nun beispielsweise auch das an der Peripherie gelegene Unternehmen KTW die lang ersehnte Glasfaser. In Umpferstedt ist es insbesondere das Gewerbegebiet, welches nachgerüstet wird, in Magdalas Kernstadt und in Großschwabhausen sind es vor allem die Schulen.

In anderen Dörfern der Gemeinschaft hat die Thüringer Netkom hingegen Pionierarbeit zu leisten. In Oettern, Döbritschen, Vollradisroda sowie in den Magdalaer Ortsteilen Maina und Ottstedt gelten die gesamten Ortslagen in Sachen schnelles Internet als unterversorgt. Deren früheres Problem ist nun ihr zukünftiges Glück. Denn das Förderprogramm von Bund und Land erlaubt es, in Gänze auf bremsendes Kupferkabel zu verzichten und die Glasfaser direkt bis zu den Häusern zu verlegen. In diesen Genuss sind viele Gemeinden zuvor nicht gekommen.

Rund 3,5 Millionen Euro werden bis Ende 2023 in den Breitband-Ausbau innerhalb der VG Mellingen investiert. Rund 270 Haushalte und fast 50 Unternehmen erhalten damit neuen Zugang zum leistungsfähigen Datennetz, das sichere Bandbreiten bis zu einem Gigabit pro Sekunde ermöglicht – sofern man ein einsprechendes Produkt bucht. Die Bauarbeiten hierfür sollen voraussichtlich Anfang kommenden Jahres beginnen. Geplant ist, auf dem VG-Gebiet über 70 Kilometer Glasfaserkabel neu zu verlegen. Auf gut vier Kilometern können bereits vorhandene Leerrohre genutzt werden. Auf einer Strecke von 31 Kilometern ist klassischer Tiefbau mit Erdarbeiten und Grabenschachtungen erforderlich.

„Wir freuen uns, dass wir die Förderung erhalten haben und dass der Netzausbau nun beginnen kann“, sagte VG-Chef Czerwenka. Schließlich profitierten vom Breitband-Anschluss nicht nur Privathaushalte, sondern auch die örtlichen Firmen und die Schulen. Für künftige Vorhaben dieser Art wünsche er sich allerdings unbürokratischere Verfahrensabläufe.

„Vom Tag der Idee bis zum Tag der Realisierung ist meiner Meinung nach zu viel Zeit vergangen. Immerhin beschäftigen wir uns bereits seit 2016 mit dem Projekt“, so der Mellinger Verwaltungschef. Gerade dort, wo mit viel Geld wichtige Infrastruktur geschaffen werde, müsse man doch darauf bedacht sein, dass das Vorhaben nicht Gefahr laufe, vom technischen Fortschritt überholt zu werden.