Niederzimmern geht auf Schatzsuche

Niederzimmern.  Familien aus dem Grammetal organisieren sich dieser Tage per Smartphone die Unterhaltung ihrer Kinder mit täglichen Schatzsuchen. 

Der Nachwuchs von Niederzimmern kann sich nun auf Corona-Schatzsuche begeben.

Der Nachwuchs von Niederzimmern kann sich nun auf Corona-Schatzsuche begeben.

Foto: Julia Neumann

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Auch in Niederzimmern müssen sich Familien dieser Tage damit arrangieren, dass der Kindergarten und die Schulen geschlossen sind. Die wochenlange Betreuung der Kinder stellt die Eltern vor Herausforderungen. Bäder, Museen und der Zoo haben geschlossen, Spielplätze dürfen nicht betreten werden. Und Freunde zum Spielen zu treffen, ist ebenfalls untersagt.

„Irgendwann sind auch zu Hause die Bastelbücher und Gesellschaftsspiele durchgeackert“, weiß Julia Neumann. Die Mutter zweier Kinder regte deshalb in Niederzimmern eine Freizeitbeschäftigung an, der zwar jede Familie für sich nachgeht, die in der Vor- und Nachbereitung aber in Gemeinschaft vieler funktioniert: eine Schatzsuche.

„Ein paar Tage, bevor die Schließung der Schulen bekanntgegeben wurde, habe ich mich mit meinen Kindern bereits zu einer solchen Schatzsuche aufgemacht. Es hat uns gefallen. Als mich danach Mütter aus dem Dorf fragten, wie sie ihren Nachwuchs nun zu Hause beschäftigen können, habe ich die Idee mit der Schatzsuche in die Runde geworfen“, schildert die Niederzimmernerin.

Der Vorschlag wurde zum Erfolgsmodell. In einer Whatsapp-Gruppe organisierten die Mütter am Smartphone das Outdoor-Spiel. So funktioniert es: Eine Familie macht den Anfang und versteckt einen Schatz - ein kleines Spielzeug wie Murmeln, eine Spielfigur oder eine Süßigkeit - im Dorf. In die Gruppe der Mitspieler schickt sie die Handynachricht, dass der Schatz versteckt ist, stellt noch einen Hinweis zum Ort, etwa als Rätsel oder Bildausschnitt dazu - und los geht es. Wer den Schatz findet, teilt auch das per Handy mit und ist nun seinerseits an der Reihe, den nächsten Schatz in und um Niederzimmern zu verstecken. Familien aus Ottstedt am Berge sind ebenfalls mit einbezogen, da auch von dort Sprösslinge üblicherweise den Kindergarten in Niederzimmern besuchen.

Nach diesem Schema werden nun seit eineinhalb Wochen Schachteln, Dosen und Eimer in hohlen Baumstämmen, unter Steinen oder unter Brücken versteckt - angesichts der Nachfrage nach solcher Art Unterhaltung mitunter sogar zwei Mal am Tag. Inzwischen haben Eltern auch eine standesgemäße Corona-Schatzkiste gebaut, die den Fund, wenn er denn entdeckt ist, eindeutig als solchen verrät. Als die Kiste noch nicht im Einsatz war, kam es schließlich schon vor, dass Niederzimmerns Corona-Freibeuter nicht den eigenen Schatz fanden, sondern ein so genanntes Geocache mit Überraschungsei-Figuren, das andere hier für ihre Schnitzeljagd mit GPS-Empfänger versteckt hatten. Einmal sei es auch bereits passiert, dass offenbar ein Fremder den Corona-Schatz zuerst entdeckte und ihn mitnahm, sodass ihn die Mitspieler nicht mehr fanden.

Niederzimmerns Whatsapp-Gruppe, die sich zum Spielen verabredet, ist mittlerweile auf etwa 20 Familien angewachsen. Trotz dieser Menge breche bei der Schatzsuche kein Herdentrieb aus. „Die Familien sind draußen verantwortungsbewusst unterwegs, gehen einander, so gut es möglich ist, aus dem Weg und halten sich an die geltenden Corona-Bestimmungen“, betont Julia Neumann. Für die Kinder sei es auf jeden Fall eine willkommene Abwechslung an der frischen Luft. Von der Schatzsuche, so die Niederzimmernerin, dürften sich auch andernorts Eltern gern inspirieren lassen.

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